Kathedrale von Palermo ist über einen kleinen Park zu erreichen. Das imposante Eingangstor empfängt die Besucher und es geht hinein in die Kühle. Der Dom ist die Kirche des Erzbistums Palermo und entsprechend groß.
Zur Zeit der arabischen Besetzung Sizilien stand an diesem Ort eine Moschee. Während der normannischen Regierung wurde sie in den bekannten normannischen Stil umgebaut. Leider ist davon im Innenraum nicht mehr viel zu entdecken im Vergleich zu anderen Kirchen aus der Periode. Aber von außen erinnert der Dom sehr an die arabischen Einflüsse und lohnt deshalb mehrere Hingucker.
Inhaltsverzeichnis
- Kathedrale von Palermo mit Sonnenuhr
- Die Heilige Rosalia
- Königsgräber und Krone
- Weitere Informationen:
Kathedrale von Palermo mit Sonnenuhr
Die Kathedrale erfuhr zahlreiche Um- und Anbauten nach dem jeweiligen Zeitgeschmack. Am besten ist, man lässt sich einfach treiben und schaut in jeden Winkel.
Ich fand vor dem Altarraum eine seltsame Linie in den marmornen Fußboden eingelassen. Was war das? Ein Schild am nächstgelegenen Pfeiler gibt Auskunft und das auch auf Deutsch. So ist der Sinn dieser Linie schnell erklärt.
Es ist eine Sonnenuhr und die ließ der Astronom Piazzi 1801 während Renovierungsarbeiten in den Dom verlegen. Warum? Weil es in der Kathedrale sehr dunkel war, sozusagen eine Dunkelkammer.
Piazzi sah die Notwendigkeit der richtigen Zeitmessung, denn vorher war auf Sizilien die Zeit auf italienische Art und Weise geregelt worden. Die Menschen richteten sich nach Sonnenauf- und untergang sowie nach dem Läuten der Glocken. Mit der Sonnenuhr konnte der Astronom andere Uhren einstellen und war an die europäische Zeitmessung angepasst.
Um zwölf Uhr mittags gelangt das Licht der Sonne durch eine kleine Öffnung in einer der Kuppeln im Seitenschiff und wandert genau auf der Linie. Daran lassen sich auch die Sonnenwenden und die Tierkreiszeichen ablesen.
Die Heilige Rosalia
In einer Seitenkapelle ganz in Silber gehalten sind die angeblichen Reliquien der Heiligen. Als Stadtpatronin genießt sie in Palermo große Verehrung. Die Geschichte um die Patronin ist mehr als ungenau, aber sie soll als Eremitin und Jungfrau in einer Höhle gelebt haben. Als die angeblichen Reliquien in einer Höhle gefunden, nach Palermo gebracht und im Dom bestattet wurden, herrschte gerade die Pest. Die Menschen beteten in Lebensangst zur Heiligen Rosalia.
Am Fest der Heiligen finden Prozessionen und Feuerwerk in Palermo statt. Noch immer genießt sie immense Verehrung, obwohl ein englischer Paläontologe 1826 die Reliquien untersuchen durfte und etwas Sensationelles feststellte. Es handelt sich um die Knochen einer Ziege. Das schadet der Heiligenverehrung aber keineswegs, Glaube versetzt bekanntlich Berge.
Neben der Kathedrale sahen wir einen Wagen mit der übergroßen Heiligen Rosalia mit einem Blumenkranz stehen.
Königsgräber und Krone
In einer Seitenkapelle stehen die Königsgräber.
- Friedrich II., gestorben 1250, im gleichen Sarkophag sind auch Friedrich III., gestorben 1338, und Peter II., gestorben 1342, beigesetzt worden
- Heinrich VI., der Vater von Friedrich II., gestorben 1197
- Roger II. gestorben1154,
- Konstanze von Sizilien, gestorben 1198, Tochter von Roger II., Frau Heinrichs VI. und Mutter Friedrich II.
- Konstanze von Aragón, gestorben 1222, Ehefrau von Friedrich II.
In der Schatzkammer ist die Krone von Konstanze von Aragón zu sehen. Die hatte ihr Ehemann Friedrich II. mit ins Grab gegeben.
Die Krone sieht anders aus als gewöhnlich. Sie ist nach dem Vorbild einer byzantinischen Krone mit Seitengehängen angefertigt.
Wir haben viel gesehen an diesem Tag, treten ins helle Sonnenlicht und wandern zur Bushaltestelle, wo uns der Linienbus zu unserer Ferienwohnung bringt.
Weitere Informationen:
Kathedrale von Palermo, Via Vittorio Emanuele 490, 90134 Palermo, Sizilien,
Öffnungszeiten: täglich von 7 bis 19 Uhr









