Palazzina Cinese bei Palermo ist ein Kleinod mit einem großen Park vor der Stadt. Das Palästchen ist im chinesischen Stil erbaut und ausgestaltet, wie es zum Ende des 18. Jahrhundert modern war.
Auftraggeber war der abgesetzte König von Neapel Ferdinand III. und er sowie seine Frau nutzten das Anwesen als Exil.
Es ist reichhaltig ausgemalt und mit allerlei Finessen versehen. So gibt es einen Fahrstuhl von der Küche hinauf ins Esszimmer. Das üppig ausgestattete Bad im Keller mit der Außentür ist schon interessant.
Inhaltsverzeichnis
- Palazzina Cinese bei Palermo eine Flüchtlingsunterkunft
- Schlösschen für den König
- Mahlzeiten-Fahrstuhl und Marmor-Bad
- Irrgarten bei der Palazzina Cinese
- Weitere Informationen:
Palazzina Cinese bei Palermo eine Flüchtlingsunterkunft
König Ferdinand und seine Ehefrau Maria Karolina waren von den französischen Truppen verscheucht worden und suchten eine neue adäquate Residenz. Im neu gebauten modernen Schlösschen fanden sie eine Unterkunft mit allen Annehmlichkeiten.
Der angeschlossene Park und der Irrgarten hinter dem Palazzina bieten Raum für Abwechslung und Unterhaltung. Heute ist in den Nebengebäuden das Museo Pitré, Museo Etnografico, untergebracht.
Äußerlich sieht das Palazzina vernachlässigt aus und bräuchte dringend eine Renovierung. Doch das ist sehr teuer und die aufwendigen Fassaden sind mit Mustern übersät.
Über eine geschwungene, beidseitige repräsentative Treppe geht es zum Eingang hinauf. Die Räume sind mit vielfältigen chinesischen Motiven und Verzierungen ausgestaltet.
Schlösschen für den König
Eine Marmortreppe führt nach oben in kleine Zimmer, die Maria Karolina als Empfangs-Schlaf- und Ankleidezimmer dienten.
Eine weitere Etage emporgeklettert, gibt es eine erstaunliche Deckenmalerei zu entdecken. Das Muster verleiht der Decke eine nach oben gestülpte Wirkung, die den Betrachter verblüfft und man möchte am liebsten hinaufklettern und die Decke befühlen.
Vom oberen Geschoss geht es auf die Dachterrasse, die bei unserem Besuch leider geschlossen ist. Doch bei Hitze ist der kühlende Wind sehr gut vorstellbar. Jedenfalls führen die Wendeltreppen nach unten in den Garten.
Mahlzeiten-Fahrstuhl und Marmor-Bad
Vom Erdgeschoss führt wiederum eine Marmor-Treppe nach unten und es geht in die Küche. Das Holzgestell ist der Fahrstuhl, mit dem das warme Essen direkt auf den Esstisch befördert wurde. Den damals berühmten «Mathematischen Tisch», den der Architekt Venanzio Marvuglia erfunden hatte, war absolut neu und damals der absolute Luxus. So konnte das Königspaar warme Mahlzeiten genießen und ersparte dem Personal lange Laufwege.
Im Erdgeschoß liegt auch das imposante Bad ganz aus Marmor. Die Badewanne ist geräumig und ebenfalls aus Marmor, welcher bei mir immer einen sehr kalten Eindruck erweckt. Man verspürt kaum Lust, darin ein Bad zu nehmen.
Interessant ist jedoch, dass hinter der Wanne eine Tür nach außen führt. Wir erfahren, dass die Wasserträger durch diese Tür heißes Wasser anschleppten und die große Badewanne befühlten. Also das genüssliche Baden erforderte Planung und von Spontanität konnte keine Rede sein.
Irrgarten bei der Palazzina Cinese
Der Irrgarten hinter dem Anwesen wirkte verwahrlost und Gärtner hätten ordentlich zu tun. Dennoch war der Besuch sehr interessant und das fanden auch viele andere wartende Besucher, die in der Schlange vor dem Eingang standen. Der frühe Vogel ….
Weitere Informationen:
Palazzina Cinese, Viale Duca Degli Abruzzi, 90146 Palermo Palazzina Cinese bei Palermo
Turismo.comune.palermo.it
Palermo e Palermitani













