Der Weihnachtsbaum gehört zum Heiligen Abend dazu. Der Brauch, den Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schmücken, ist erst 100 Jahre alt.
Römer nutzten zur Feier ihres „Gottes der Fruchtbarkeit“ Ende Dezember grüne Pflanzen wie Misteln, Efeu oder Lorbeer.
Germanen hängten im Winter Immergrünes an Haustüren, in Wohnräume und in Ställen auf. Grün schützte vor Blitz, Krankheiten und bösen Geistern, die bevorzugt in dunklen Ecken hausten. Solche Sitten übernahm das spätere Christentum.
Inhaltsverzeichnis
- Der Weihnachtsbaum und wer stellte die ersten Weihnachtsbäume auf
- Weihnachts-Pyramide und Friesenbaum
- Aufgehängte Weihnachtsbäume
- Deutsche Adlige exportieren den Weihnachtsbaum nach Großbritannien
- Christbaumständer
Der Weihnachtsbaum und wer stellte die ersten Weihnachtsbäume auf
Die Zünfte stellten im 15. Jahrhundert am 24. Dezember sogenannte Paradiesbäume auf und die waren mit Äpfeln und süßen Backwaren geschmückt. Der Heilige Abend galt auch als Gedenktag für Adam und Eva.
In Schlesien des 18. und 19. Jahrhunderts war der „Putzapfel“ gebräuchlich. Ein Apfel saß auf vier Stecken, die als Ständer dienten. Im Apfel steckten immergrüne Zweige und ein Stab mit einer Plattform für vier Kerzen.
Eine frühe schriftliche Erwähnung des Weihnachtsbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerbruderschaft schmückte in einem Spital einen Baum mit Lebkuchen, Flitter, Äpfel, Birnen, Nüsse und Papierschmuck. An Neujahr durften Kinder den Baum schütteln und die Leckereien aufessen.
Die Festtags-Bäume trugen noch keine Kerzen, gingen dafür aber nach Neujahr in Flammen auf. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gelangten geschmückte Weihnachtsbäume endlich in die Wohnstuben reicher Leute.
Doch erst 1660 bekam der Weihnachtsbaum Kerzen. In den Aufzeichnungen handelte es sich allerdings um Buchsbäume, die damals oft die Weihnachts-Tanne ersetzten. 200 Jahre später gehörten Kerzen zum üblichen Weihnachtsbaum-Schmuck.
Weihnachts-Pyramide und Friesenbaum
Die Weihnachts-Pyramiden aus dem Erzgebirge dienten ebenfalls als preisgünstiger Weihnachtsbaum-Ersatz. Unschlagbare Vorteile der Weihnachtspyramiden waren das selber Basteln und die Wiederverwertbarkeit.
Auf den ostfriesischen Inseln oder Rügen waren Tannen knapp, deshalb entwickelten die Insulaner den Friesenbaum. Ein kräftiger Holzstab auf einer Holzplatte trägt drei oder mehr waagerechte Holzstäbe. Das baumähnliche Gebilde wurde an den Weihnachtstagen mit Grün, Kerzen und Äpfel geschmückt.
Aufgehängte Weihnachtsbäume
Weihnachtsbäume standen nicht gleich in einem Weihnachtsbaum-Ständer. Der damals moderne Weihnachtsbaum hing an der Baumspitze befestigt an der Decke im Wohnzimmer. Aber auch hängende Weihnachtsbäume mit der Spitze nach unten kamen vor. Erst im 19. Jahrhundert verschwanden aufgehängte Weihnachtsbäume endgültig und die Menschen hatten die Bäume in Ständer gestellt.
Die Weihnachtsmärkte boten alles rund um Weihnachten, auch den fix und fertig geschmückten Weihnachtsbaum zum Mitnehmen.
Deutsche Adlige exportieren den Weihnachtsbaum nach Großbritannien
Der gebürtige deutsche Georg III., König von England, holte sich eine geschmückte Tanne in den Palast. Königin Victoria, seine Enkelin und spätere Queen, heiratete den deutschen Adligen Prinz Albert.
Nun stand zu Weihnachten jedes Jahr ein herrlicher Weihnachtsbaum im Schloss. Viele englische Haushalte griffen diesen neuen Brauch auf, als ein Foto mit der Königsfamilie unter dem Weihnachtsbaum in den Zeitungen erschien.
Nach Amerika gelangte der Weihnachtsbaum mit deutschen Siedlern, die ein Stück Heimat mitbrachten. Heute stammen über neunzig Prozent der Weihnachtsbäume aus speziell angelegten Kulturen. Dort wird der durchschnittliche Baum etwa zwölf Jahre alt, bevor er ins Wohnzimmer wandert. Allein in Deutschland werden etwa 23 Millionen Weihnachtsbäume aufgestellt.
Christbaumständer
Eine Handschrift aus dem Jahr 1604 zeigt einen Christbaumständer. Die ersten waren einfache Ständer aus Holz oder Kreuze mit einem gebohrten Loch. Arme Familien steckten ihren Tannenbaum einfach in eine halbierte Futterrübe.
Heute gibt es viele Modelle aus schlichtem Metall oder schweren Kunststoffschalen. Der „Stamm-Halter“ veränderte sich im Lauf der Zeit. Die Menschen verlangten nach größeren Weihnachtsbäumen und die Halter wuchsen mit. Auf manchen stehen Sprüche oder sind mit kitschigen Bären verziert. Besonders hübsch ist ein Christbaumständer mit einer Spieluhr und die steckt in einer Kiste darunter. Darüber dreht sich der Tannenbaum. Moderne Halterungen erfüllen ihren Zweck, doch sehen eher schlicht aus.
Noch schlichter ist ein Eimer mit nassem Sand gefüllt und der hält den Baum länger frisch. Aber wer will schon einen hässlichen Eimer zu Weihnachten in seinem Wohnzimmer stehen haben.
Nach Weihnachten im neuen Jahr wandern die nadelnden Weihnachtsbäume auf die Straße und der Müllwagen holt sie ab. In Skandinavien heißt dieser Tag Knut-Tag.








