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Schloss Mirow

Schloss Mirow liegt mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Schloss fungierte als Nebenresidenz der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Als Witwensitz für Herzogin Christiane von Mecklenburg-Strelitz wurde Schloss Mirow 1709 errichtet. In der Johanniter-Kirche befindet sich die Familiengruft des Strelitzer Herzoghauses.

Im überschaubaren Schloss wuchsen drei spätere Königinnen heran. Prinzessin Sophie Charlotte verbrachte hier am 17. August 1761 ihre letzte Nacht, bevor sie am nächsten Tag für immer ihre Heimat verließ. Sie heiratete König Georg III. von Großbritannien und Irland.

Prinzessin Luise wurde Königin von Preußen und ihre Schwester Friederike Königin von Hannover.

Schloss Mirow – 3 Königinnen Palais

Schloss Mirow

Schloss Mirow – 3 Schwestern 3 Königinnen

  • Prinzessin Sophie Charlotte, die spätere Queen Charlotte, die von ihrem Gemahl „mein Schatz aus Strelitz“ genannte wurde, verbrachte hier ihre Kindheit. Nach der beliebten Königin erhielten nicht nur Städte in Großbritannien und USA ihren Namen, sondern auch eine Blume. Die Paradiesvogelblume, auch Strelitzie genannte, verdankt ihren Namen dem Mirower Lottchen.
    Sie waren sehr glücklich und zeugten 15 Kinder. Der Hof war unter Zeitgenossen als eher langweilig verschrien. Es gab keine Affären und die Eheleute schätzten das einfache familiäre Leben. Der König litt später an einer Geisteskrankheit und Charlotte vereinsamte zusehends. Sie starb im Alter von 74 Jahren in England und kehrte nie wieder in ihre Heimat zurück.
  • Prinzessin Luise heiratete den preußischen König Friedrich Wilhelm III. und entwickelte sich zur beliebten und berühmten preußischen Königin. Sie starb auf Schloss Hohenzieritz. Die Adeligen bei Hofe empfanden sie als bürgerlich. Und gerade wegen ihres unkonventionellen Verhaltens liebte sie das Volk. Sie starb schon mit 34 Jahren und blieb daher als ewig jung in Erinnerung.
  • Schon zwei Tage später heiratete Friederike den König von Hannover. Die Ehe war jedoch sehr wegen seiner Mätressen sehr unglücklich.

Schloss Mirow – zerstört und heute vollständig renoviert

Schloss Mirow

Schloss Mirow – originale Fachwerkwände

Das Schloss Mirow gehört heute zu den „Staatlichen Schlössern und Gärten Mecklenburg-Vorpommerns“.

Die Mirower Schlossinsel gründete sich auf der Komturei des Johanniterordens im 13. Jahrhundert. Um 1700 übernahm das Herzoghaus von Mecklenburg das Schloss Mirow. Später hatte es nur noch Bedeutung als Beisetzungsstätte für Mitglieder des Herzoghauses.

Da das Schloss für eine üppige Hofhaltung zu klein war, baute man das gegenüberliegende Kavaliershaus. Schon im 18. Jahrhundert hörte die Hofhaltung auf und im 19. Jahrhundert zog ein Lehrerseminar in die leer stehenden Räume ein. In der DDR-Zeit befanden sich im Schloss Mirow eine Oberschule, nach der Wende ein Gymnasium.

Heute ist das Schloss Mirow sollständig renoviert. Im Innern ist noch die alte Bauweise und Fachwerkkonstruktion zu erkennen. Auch die Wandverkleidung ist leicht verständlich dargestellt.

Malerisch gelegen am See wird es gerne besucht. Im Kavaliershaus befindet sich ein Café. Dort sind Torten mit den schönen Namen der drei Königinnen zu bekommen. Auch eine Strelitzie steht auf einem Podest. Erst wenn man die Geschichte, die dahinter steckt, kennt, erschließt sich der Sinn.

Wände besticken

Schloss Mirow - Sticken, Wandbekleidung

Fürstliche Stickereien im Porzellankabinett, Schloss Mirow

Das Sticken galt als Disziplin der Elite. Schon früh wurden die jungen Prinzessinnen in dieser Kunst unterrichtet. Die berühmte habsburgische Kaiserin Maria Theresia nahm sich lebenslang Zeit für ihre Stickereien.

Das Sticken war ein amüsanter Zeitvertreib, dem man sich allein oder auch in Gesellschaft widmen konnte. Die selbst gestickten Kostbarkeiten spielten nicht zur Repräsentation, sondern auch in der höfischen Geschenkkultur eine große Rolle.

Im Schloss Mirow im Porzellankabinett stickte die Herzogin Elisabeth Albertine zusammen mit ihren Hofdamen die Wandbekleidung. Handarbeiten waren aufgrund der enormen Kosten ein fürstliches Hobby. Einen Raum mit Stickereien auszugestalten gehörte sicherlich zu den Höhepunkten der Stickereikunst. Die Fürstin gestaltete damit ihr Porzellanzimmer, in dem sie ihre Porzellansammlung aufbewahrte.

Nach dem 2. Weltkrieg hing alles in Fetzen herab. Nach einer Sicherung verschwanden die Reste, ohne Spuren zu hinterlassen. Erst während der Restaurierungsarbeiten entdeckten Handwerker größere Originalfragmente und alte Fotos. So ließen sich die Wandstickereien rekonstruieren und sind heute zu bewundern.

Weitere Informationen:
Schloss Mirow, www.mv-schloesser.de/de/willkommen-auf-schloss-mirow/, Schlossinsel 2a, 17252 Mirow,
Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, November bis März Freitag bis Montag 10 bis 16 Uhr
Anfahrt: A19 nach Rostock, Abfahrt Mirow B 198, oder B 96 von Berlin nach Neustrelitz, Abfahrt nach Mirow B 198

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