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Museum Schloss Herrenhausen in Hannover

Museum Schloss Herrenhausen in Hannover – ein lohnender Besuch an einem Regen-Sonntag. Es ist nicht viel los, Parkplatz ist direkt vor der Schlossküche leicht zu bekommen. Ein Museums-Besuch ist bei diesem scheußlichen Wetter genau das Richtige. An dem neuen Kongress-Center im Stil des alten Schlosses geht es vorbei zum Eingang des Museums Schloss Herrenhausen. Der Besucher sieht es gleich –  ein modernes, neues Museum. Schon vor den Kassen geht eine Treppe hinunter zu den Schränken für große Taschen, Garderobe und Schirme. Das Museum hält Rollstühle bereit und klappbare Hocker. Alle Etagen sind mit einem Lift zu erreichen. Es geht zur Kasse und dann weiter am gut ausgestatteten Museums-Shop vorbei in die Ausstellung.

Museum Schloss Herrenhausen in Hannover – die Welfen

Die Ausstellung teilt sich in drei Bereiche. Der erste Bereich, ganz in Rot gehalten, zeigt die Fürsten der Familie der Welfen. Sie waren eng verwandt mit dem englischen Königshaus. Zum Besitz gehörte auch das Fürstentum Braunschweig-Lüneburg. Im Jahr 1692 wurde dem Herzog die Kurfürsten-Würde verliehen. Das Fürstentum war reich durch den schwunghaften  Handel mit Salz, in Lüneburg gewonnen, und die Silberbergwerke im Harz. Das ist auch den prunkvollen Kleidern auf den Gemälden anzusehen. Ein Gemälde zeigt die Mätresse von König Georg II. Sie hält dem Betrachter vielleicht etwas Süßes entgegen.

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Der Mathematiker Wilhelm Leibniz lebte auch am Hof. Er entwickelte eine Rechenmaschine. Das monströse Modell  im Vergleich zu den heutigen Taschenrechnern ist hier gezeigt. Sie beherrschte die vier Grundrechenarten, Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division.

Beute-Türke

beute-tuerke-trolley-touristWährend der Türkenkriege gab es viele Gefangene. Da Diener aus fremden Ländern Prestige bedeuteten, ernannte der Kurprinz Georg Ludwig „Mehmet, den Osmanen“ zu seinem Ersten Kammerdiener. Mehmet erhielt bei der Taufe den christlichen Namen Ludwig Maximilian und heiratete eine hannoversche Bürgertochter. Später wurde er wurde unter dem Namen Königstreu sogar in den Reichsadel erhoben. Integration? Dass der Osmane eigentlich ein Feind war, spielte keine Rolle mehr.

muehle-schlossmuseum-herrenhausen-trolley-touristIm zweiten Bereich sind Ausstellungsstücke aus dem Leben bei Hofe. So zum Beispiel Schlitten, Handmühlen mit Fratzen gegen Dämonen zum Mahlen von Senf- und Getreidekörnern oder Heilmittel sowie Amulette.

Gartenkunst – Herrenhäuser Gärten

Der dritte Bereich, ganz in Grün, zeigt die Entstehung des Gartens und den Wandel im Laufe der Jahrhunderte. Anfangs war der Garten nur der Herrscherfamilie und dem Hofstaat vorbehalten. Später durfte das Volk den Garten als Erholungsraum nutzen. Es gibt ganz unterschiedliche Gärten zu besichtigen – Berggarten, Georgen-Garten, Garten-Theater, Orangerie und Grotte. Heute finden zahlreiche Veranstaltungen dort statt. Aber wegen des Dauerregens geht es diesmal nicht in den Garten. Ein anderes Mal, denn die Eintrittskarte bleibt bei einem späteren Besuch gültig.

Zum Abschluss des trotz Regen gelungenen und interessanten Nachmittag eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen in der Schlossküche – vielleicht Schoss-Schokoladen-Torte, Zitronen-Baiser-Tarte oder lieber eine Pistazien-Feigen-Tarte.

Webseite: www.Hannover.de/Herrenhausen
Öffnungszeiten: Sommer von April bis Oktober 11.00 bis 18.00 Uhr, Winter von November bis März von 11.00 bis 16.00 Uhr
Eintritt: Sommer Einzelkarte 8,00 Euro, Winter 6,00 Euro inklusive Großer Garten und Berggarten

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