Das Bernstein-Museum in Palanga, einem mondänen Seebad an der Ostsee, ist eine Sehenswürdigkeit. Es zählt zu den meistbesuchten Museen des Landes. Das liegt wohl auch daran, dass es in einem idyllischen Park mit dazugehörigem Schloss ist. Das herrschaftliche weiße Schloss ließ ein Graf 1897 erbauen.
Von der Straße aus weist nur ein einfaches Schild auf das Bernsteinmuseum hin und wir suchen einen Parkplatz. Der Fußweg durch den Park dauert etwa sieben Minuten und in Abständen stehen weiße Bänke zum Ausruhen. Bei unserem Spaziergang im Nieselregen begegnen uns keine Menschen, doch im Museum sind wir nicht alleine.
Inhaltsverzeichnis
- Das Bernstein-Museum in Palanga in Litauen
- Bernsteine verarbeiten
- Bernstein-Sammler
- Das Balzac-Café im Amber Museum
- Weitere Informationen:
Das Bernstein-Museum in Palanga in Litauen
Die Ausstellung in der zweiten Etage ist äußerst sehenswert und interessant dargestellt. So ist die Entstehung von Bernstein zu sehen. Natürlich fehlen auch Bernsteine mit eingeschlossen Insekten nicht.
Das Museum hat mit etwa 15.000 Objekten die größte Sammlung weltweit. Besonders die Einschlüsse sind bemerkenswert und geben Aufschluss über die Insekten und Tierwelt der Entstehungszeit der Bernsteine. Manche sind nur durch Lupen richtig zu erkennen. Die Vitrinen sind daher mit verschiebbaren Lupen versehen, so dass jeder sich die optimale Position zum Erkennen der Einschlüsse einstellen kann. Sogar eine Eidechse fand vor Urzeiten ihren Tod in heruntertropfendem Harz aus einem Baum. Wirklich erstaunlich.
Das Gold der Ostsee ist hier in allen Facetten zu sehen. Es gibt verschiedene Sorten, Größen und Farben. Karten über die Verbreitung von Fundorten zeigen, dass Bernstein nicht nur an der Ostsee gefunden und exportiert wurde, wie ich bisher immer glaubte. So findet man Bernsteine in Österreich, Libanon, Jordanien, Spanien, Myanmar oder Mexiko in ganz unterschiedlichem Aussehen und Struktur.
Bernsteine verarbeiten
An der Küste der Ostsee entstand ein Bernsteinrausch und zum Schleifen und Verarbeiten wurden Fabriken gegründet. Aus weniger guten Bernsteinen lassen sich mit Hitze Pressbernsteine herstellen, die geschliffen auch zu Schmuck oder als Zigarettenspitzen Verwendung finden.
In medizinischen Produkten gegen Haut- und Nervenleiden, Rheuma, Lungenentzündung und vieles mehr soll Bernstein helfen.
Nicht zuletzt brauchten Gläubige Bernstein in Rosenkränzen und Gebetsketten. Außerdem wurde in den Kirchen bei festlichen Gottesdiensten oder Messen Bernsteinpulver gemeinsam mit Weihrauch und Myrrhe verbrannt. Oder es wurden die Wände im legendären Bernstein-Zimmer verkleidet. Die Wikinger nutzten Bernstein als Brennstoff, denn er bringt mehr Wärme als Holz.
Für die Küstenbewohner lohnte es sich also, nach herbstlichen Stürmen den Strand nach Bernsteinen abzusuchen.
Bernstein-Sammler
Heute ist Vorsicht beim Sammeln von Bernstein geboten. Denn immer öfter werden Reste von Munition aus den Weltkriegen an die Küsten geschwemmt. Die Funde sehen Bernstein zum Verwechseln ähnlich, sind aber manchmal Phosphor, der selbst entzündlich ist.
Also zur Vorsicht in einem Blecheimer die Funde sammeln und bei Gefahr einfach fallen lassen.
Das Balzac-Café im Amber Museum
Das Café in der ersten Etage lohnt eine Erwähnung. Es ist in den alten Räumen des Grafen untergebracht und mit historischen Möbeln ausgestattet. Es hält Getränke, französische Desserts und Snacks bereit. Wer den herrlichen Platz auf dem alten Sofa ergattert, kann sich wie ein Graf fühlen.
Wir ziehen unsere Regenmäntel wieder an und machen uns auf den Weg zum Auto. Im Garten fällt eine weiße Frauen-Skulptur auf. Das ist «Rebeka», die Wasserträgerin, und sie schmückt die Gartenanlage.
Weitere Informationen:
Palanga Amber Museum, Vytautas St. 17, LT-00101 Palanga
Öffnungszeiten:
Sommer 15. Mai – 15. September, Dienstag – Samstag 10 – 20 Uhr, Sonntag 10 – 19 Uhr,
Winter 16. September – 14. Mai, Dienstag – Samstag 10 – 18 Uhr, Sonntag 10 – 17 Uhr












