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Fähre von Kiel nach Klaipedia

Fähre von Kiel nach Klaipedia war ein Erlebnis. Lange waren wir nicht mehr mit einer Fähre gefahren, deshalb war die Überfahrt ins Baltikum besonders spannend. Das Schiff legt am Ostuferhafen in Kiel an und ab. Man fährt auf einen der Fahrstreifen und hält in der Schlange. Davor liegt ein hellblaues Gebäude der Fährgesellschaft und dort findet die Registrierung statt.

Gemeinsam mit LKWs, Wohnmobilen, Fahrrädern, Motorrädern und Fußgängern warteten wir und beobachteten das Ausfahren der Wagen vom Schiff. Es schien kein Ende zu nehmen und erstaunte, wieviel Gefährte in den Bauch des weißen Schiffes passen.

Inhaltsverzeichnis

Fähre von Kiel nach Klaipedia in Litauen

Fähre von Kiel nach Klaipedia, Registrierung

Endlich war der letzte LKW abgefertigt und wir rollten vorwärts und wurden nochmals kontrolliert. Bei der Anmeldung hatten wir schon die vorab gebuchten Kabinen- und Essenskarten erhalten. Dann wagten wir uns in den dunklen Schlund und es ging zwei Etagen nach unten. Es ähnelte wirklich einem aufgerissenen Maul aus Metall. Einweiser mit gelber Warnkleidung wiesen den Weg. Sie zeigten jedem Fahrer genau, wo er zu stehen hatte und erforderte so manches Mal fahrerisches Geschick. Kaum den Motor abgestellt, stiegen wir aus, schnappten unser vorbereitetes Gepäck und eilten den anderen zum Treppenhaus nach.

Schornsteine der Fähre mit Container

Etliche Stufen ging es hinauf, also auf diesem Schiff war von Barrierefreiheit keine Spur, vielleicht weil wir in der Vorsaison unterwegs waren. Auf unserem Deck angekommen, wies uns eine Frau den Weg zur Kabine. Rasch warfen wir das Gepäck auf die Betten und schon waren wir wieder an Deck, um das Rangieren zu beobachten.

Die Einweiser wiesen professionell in die Lücken. Besonders die Lastwagenfahrer hatten ihre langen, schweren Wagen total im Griff und wir staunten, wenn sie auf begrenztem Raum virtuos bugsierten. Von oben standen Container neben Container und vereinzelt dazwischen Wohnmobile. Beim Einchecken hieß es, das Schiff ist nicht ausgebucht, aber mir erschien es gut gefüllt.

Übernachten auf der Fähre

Warten vor der Einfahrt ins Schiff

Für eine Übernachtung hatten wir eine Innen-Kabine gebucht. Die war überschaubar und ohne großen Luxus. Aber wir hatten unsere Betten und ein Bad, was braucht man mehr. Zum Abendessen ging es ans Büfett in den geräumigen Speisesaal. Hier war für jeden Geschmack etwas dabei. War auch nötig, denn es hielten sich viele Nationalitäten mit ihren speziellen Vorlieben auf dem Schiff auf. Die ersten baltischen Gerichte standen in der Theke. So etwa das dunkle Roggenbrot,  mit Kümmel gewürztes Brot und gekochte Graupen, polierte Gerstenkörner. Probieren war natürlich Pflicht.

Zum Abschluss tranken wir ein regionales Bier aus Klaipedia «Svyturys 1784» und sanken anschließend in unsere Betten und schliefen trotz des dauernden Motorenlärms fest.

Ruhiger Tag ohne Handy und abends Ausschiffen

ein Rettungsring unserer Fähre

Die Mobiltelefone waren auf Flugmodus gestellt, sonst wird es auf dem Schiff teuer. Beim Frühstück kosteten wir die nächsten Spezialitäten: gekrümmelter Quark, der unserem Hüttenkäse ähnelt, fester Quark in Scheiben, zusammengeklappte Crepes und kleine Pfannkuchen. Beim Abendessen vor dem Auschecken probierte ich Buchweizen-Grütze, ein einfaches, aber sättigendes Gericht.

Der Tag auf See gestaltete sich ungewohnt ruhig mit Lesen, Stricken und Reisetagebuch schreiben. Wer ohne Handy nicht auskam, konnte sich Guthaben buchen, 6 GB für 6 €, 8 GB für 10 €. Sichtlich fiel es manchen Menschen sehr schwer, einen Tag ohne Handy zu verbringen.

Das Ausschiffen ging geregelt vonstatten und Durchsagen gaben bekannt, wer sich auf den Weg zum Wagen machen sollte. Wieder kontrollierten Einweiser, diesmal Ausweiser, das gefahrlose Ausfahren der vielen großen und kleinen Fahrzeuge. Trotz des angenehmen Aufenthaltes an Bord waren wir froh, wieder an Land zu sein und steuerten unser Hotel für die erste Nacht im Baltikum an.

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