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Quedlinburg im Harz

Quedlinburg im Harz ist eine mittelalterliche Stadt mit 2000 Fachwerkbauten und einen Besuch absolut wert. Im Ort gibt es je nach Geschmack zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Für Kulturinteressierte ist die Stiftskirche St. Servatii die erste Anlaufstelle. Man glaubt in einem italienischen Bauwerk zu sein, ganz ungewöhnlich für Deutschland. Für Kinder ist das Spielzeug- und Eisenbahnmuseum interessant.

Das einzige dem deutsch-amerikanischen Maler Lyonel Feininger gewidmeten Museum ist in Quedlinburg. Seine Bilder galten bei den Nazis als entartet und er musste fliehen und gab seine Werke einem Freund in Obhut.

Quedlinburg im Harz ist UNESCO-Welterbe

Quedlinburg im Harz in der Innenstadt

Im Stadtkern sind restaurierte Fachwerkbauten mit interessanten Fassaden und manchmal sehr verwinkelt zu entdecken. Zwischendurch sorgen Geschäfte, Kunsthandwerk, Galerien, Restaurants und Cafés für Abwechslung beim Bummeln und Schauen.

Ein sehr schmales Haus in Quedlinburg

Für Könige und Herzöge war der Ort wegen der Erzvorkommen im Harz allemal interessant und sie kamen zu Besuch und gründeten Damenstifte oder Klöster.

Dom und Domschatz in Quedlinburg

Inneres des Doms

Auf dem Hügel mitten im Ortskern liegt der Kirchenbau. Die Anfänge gehen bis ins Jahr 936 zurück, als König Heinrich I. verstarb und ein würdiges Gab brauchte. Das heutige mächtige, romanische Bauwerk ist mit lombardischen Einflüssen errichtet.

Verzierungen an den Pfeilern

Will man den Dom besuchen, geht es einen steilen Weg auf den Schlossberg hinauf oder über die seitlich gelegene Treppe und man gelangt in den Garten mit einer wunderbaren Aussicht. Im Hintergrund sind die beiden Türme des Doms. Im Innern der Kirche tragen stabile Pfeiler den oberen Teil der Kirche. Verwundert schaut man sich im schlichten Bauwerk um, das kalt und massiv wirkt und kaum Verzierungen enthält. Es ist ganz anders und doch tragen die Pfeiler-Köpfe ein paar wenige Ornamente. In einem der Seitenschiffe liegen Mauerreste von der letzten Renovierung. Darauf sind noch Inschriften zu entdecken. Trotz des Fröstelns zeugt der Quedlinburger Dom vom jahrhundertelangen Wirken der Menschen.

Bruchstücke

Die trutzige Wirkung sprach auch die Nazis an, denn sie entweihten kurzerhand das Bauwerk und formten es zu einer Weihstätte um. Heute ist sie eine evangelische Pfarrkirche.

Kostbare Elfenbein-Schnitzerei aus dem Domschatz

Der Domschatz besteht aus feinen Elfenbeinschnitzereien, edlen Goldschmiedekunstwerken, sowie Holz- und Textilarbeiten und ist von Königen und Kaisern zusammengetragen worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten einige Stücke in die USA, kamen aber 1993 an ihren Ursprungsort zurück.

Roland am Rathaus

Der Roland am Rathaus in Quedlinburg

Einen Roland am Rathaus ist in Bremen bekannt und ist zum Welterbe gekürt worden. Und in Quedlinburg am Rathaus steht auch ein Roland, welches mir als Bremerin natürlich sofort in den Blick fällt. Unter der Statue ist eine Plakette, die Aufschluss über die Bedeutung gibt. Demnach verkörpert der Quedlinburger Roland die städtischen Privilegien und Rechte, ähnlich wie in Bremen. Aufgestellt wurde er 1435 (zum Vergleich in Bremen 1404) und ist damit eine der ältesten erhaltenen Roland-Figuren. Geschaffen wurde er aus dem hiesigen Sandstein und seine Größe misst 2,76 Meter. Auch er ist durch ein Gitter geschützt.

An einem Haus hängt der Roland.

Lyonel Feininger Museum

Rathaus von Quedlinburg

Der Künstler (1871 – 1956) gehörte mit Walter Gropius zu den Gründern des Bauhauses in Weimar. Nach dem Umzug nach Dessau bewohnte er eines der Meisterhäuser. Seine Kunst galt bei den Nazis als entartet und er bereitete seine Flucht aus Deutschland vor. Seine Bilder gab er dem Freund, Bauhaus-Absolvent und Kunstsammler Hermann Klumpp, der sich in Quedlinburg niederließ. Klumpp sollte Feiningers Werke vor der Zerstörung durch die Nazis retten. Nach dem Krieg wurden die Bilder an die Kinder Feiningers bis auf zehn Gemälde und Arbeiten auf Papier zurückgegeben. Die dienten als Grundlagen für die Gründung des Lyonel Feininger Museums in Quedlinburg und das gilt heute weltweit als einziges Museum vom Künstler.

Museum Lyonel Feininger, Schlossberg 11, 06484 Quedlinburg,

Klopstock-Haus

Das Klopstock-Haus mit Museum

Das denkmalgeschützte Geburtshaus des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock beherbergt heute ein Museum, dass das Leben und Werk vermittelt.

Klopstockhaus, Schlossberg 12, 06484 Quedlinburg,

Mitteldeutsches Eisenbahn- und Spielzeugmuseum

Spielzeug-Eisenbahn baumelt über der Tür

Das unscheinbare Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Kinderspielzeug und ist ein Eldorado für Sammler und Modelleisenbahn-Liebhaber. Mit zwei Spielecken ist es kindgerecht ausgestattet. Ein Fahrstuhl sorgt für Barrierefreiheit, so dass auch Geheingeschränkte die Ausstellung besuchen können. Es zeigt die Entwicklung von Spielzeug, das auch immer ein Abbild der Zeit war. Beim Wandeln durch die Straßen mit Fachwerkbauten fällt als erstes die kleine Eisenbahn auf, die auf regengeschützten Gleisen um die Hausecke zischt.

Modell-Eisenbahn zischt an der Hauswand.

Eisenbahn- und Spielzeugmuseum, Blasiistraße 22, 06484 Quedlinburg,

Eisenbahn- und Spielzeugmuseum

Es gibt noch einige Museen im Harzstädtchen, wie zum Beispiel das Fachwerkmuseum oder das Münzenberg-Museum mit den Ruinen einer Klosterkirche zu sehen. Letzteres gehört zur «Straße der Romanik» und zum «Harzer Klosterwanderweg».

Café in Quedlinburg

Doch eine Pause in einem der zahlreichen Cafés sorgt für Entspannung bei der Entdeckung Quedlinburgs, die bestimmt noch einiges vorrätig hat.

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