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Schokoladen-Mädchen in Sankt Petersburg

Schokoladen-Mädchen in Sankt Petersburg – was verbirgt sich dahinter? Die Schokoladenmädchen gingen im Smolny-Komplex zur Schule. Der umfasst ein Kloster, eine Kathedrale und ein Institut. Den gründete Zarin Elisabeth im 18. Jahrhundert und stattete ihn mit nötigen Geldern aus. Das Kloster wurde allerdings nie genutzt. Die Zarin plante, das Anwesen als Altersruhesitz zu bewohnen.

Das sogenannte Institut wurde in nur zwei Jahren errichtet. Dort gingen damals adelige Mädchen zur Schule. Zusätzlich erhielten sie die nötige Ausbildung, um in der russischen Gesellschaft eine gute Partie zu machen und als Hausfrauen zu wirken. Andere Absolventinnen arbeiteten als Hofdamen. Es war die erste Bildungsanstalt für Frauen in Russland.

Die älteren Schülerinnen trugen als Schuluniform braune Kleider und wurden deshalb von den Petersburgern scherzhaft Schokoladenmädchen genannt.

Schokoladen-Mädchen in Sankt Petersburg – Lenin arbeitete dort

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Lenin-Denkmäler stehen noch in vielen Parks

Doch mit der Oktoberrevolution war die ganze gesellschaftliche Ordnung auf den Kopf gestellt. Die Schokoladen-Mädchen zogen aus und Lenin ein. Von hier aus führte er 1917 den Staatsstreich durch. Das Smolny-Institut wurde sein Regierungssitz.

Mit dem Vormarsch der Deutschen und dem Bürgerkrieg verlegte er dann die Machtzentrale nach Moskau. In das Gebäude zog die Petersburger oder damals Leningrader kommunistische Partei ein.

Die Smolny-Kathedrale

Der Bau der Kathedrale ging wegen des sumpfigen Petersburger Untergrunds nur schleppend und mühselig voran. Um den Boden zu sichern, mussten etwa 50.000 Holzpfähle in den weichen Grund eingesetzt werden. Am Standort an einer Biegung des Flusses Neva lag damals eine Teerfabrik, daher rührt auch der Name Smolny, welches im Russischen harzig oder teerig heißt.

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Katharina die Große – Denkmal in St. Petersburg, Russland

Als Zarin Elisabeth I. starb und Zarin Katharina II. die Große die Regentschaft übernahm, stoppte sie den Bau komplett. Denn sie konnte Elisabeth nicht leiden. Vielleicht lag es daran, dass Elisabeth die uneheliche Tochter Peters des Großen war.

Erst der nachfolgende Zar Nikolaus vollendete die Kathedrale und kann heute besichtigt werden. Es gibt aber nicht viel zu sehen, denn die Kathedrale ist sehr schlicht. Im Innenraum finden heute Konzerte statt, Gottesdienste keine. Schokoladenmädchen sind nicht mehr zu sehen, aber die Räume von Lenin.

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