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Schloss Friedenstein in Gotha

Schloss Friedenstein in Gotha mit Park und Kunstgalerie ist einen Abstecher wert. Das Schloss liegt auf einem Hügel und zu Füßen liegt die Stadt. Es gehörte zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg mit der Residenzstadt Gotha.

Im 17. Jahrhundert ließ der Herzog „Ernst der Fromme“ noch im Dreißigjährigen Krieg seine Residenz erbauen. Wegen der Grauen des Krieges nannte er es „Friedenstein“. Interessant ist, dass es noch zu seinen Lebzeiten fertiggestellt wurde und das Schloss hatte sehr viel Glück, denn es musste keine Zerstörung erleben.

Schloss Friedenstein in Gotha in Thüringen

Schloss Friedenstein in Gotha

Das Schloss gleicht einem U mit einem Hauptgebäude in Richtung Stadt. Darin sind die herzoglichen Appartements und die Schlosskirche. Es schließen sich die Seitenflügel an, in denen Wohnungen für den Hofstaat, Reithalle, Bibliothek und Verwaltung des Militärs untergebracht waren. Von Anfang an war das Schloss sehr geräumig gebaut, so dass in den nachfolgenden Jahrhunderten keine baulichen Erweiterungen erforderlich, sondern nur Modernisierungen waren. So sind die Säle und Räume meist noch im Original-Zustand zu sehen.

Schloss Friedenstein in Gotha, Thüringen, der Hof

Doch das Schloss besteht nicht nur aus einem Gebäude, sondern ein weiterer prächtiger Bau, das Schlossmuseum, befindet sich dahinter nur durch einen Garten getrennt. Der war für die Sammlung von Kunstschätzen, auch Kunstkammer oder Wunderkammer genannt, gedacht. Solche Sammlungen legten Herrscher zur Repräsentation an. Hier befinden sich ererbte Schätze und Neuerwerbungen, so zum Beispiel ein Original-Hut von Kaiser Napoleon I. Die Sammlungen sind noch gut erhalten und spiegeln eine 350jährige Sammlungstradition wieder. Teilweise aus Gold, Silber oder Elfenbein gefertigt sind sie außerordentlich wertvoll. Die Stücke stehen in wirklich edler Umgebung.

Schloss Friedenstein – ein Prachtraum

Spektakulärer Kunstraub

Schloss Friedenstein – die Kunstgalerie

1979 zur DDR-Zeit stahlen Diebe vier wertvolle Gemälde aus der Kunstgalerie. Dies galt als größter Kunstraub der DDR. Fassen konnte man den Täter nie und die Geschichte hinter dem Raub liest sich wie ein spannender Krimi.

Schloss Friedenstein Kunstgalerie, das Treppenhaus

Am 14. Dezember frühmorgens wurde die Polizei über den Diebstahl informiert. Es begannen umfangreiche Ermittlungsarbeiten der Polizei und Kriminalpolizei der DDR. Auch die Staatssicherheit schaltete sich in die Nachforschungen ein.

Wie man später herausfand, gelangten die Gemälde über den Täter in den Besitz einer westdeutschen Familie und die Bilder hingen in der Wohnung der Familie. Nach dem Tod der Eltern, erbten die Kinder die Kunstschätze.Der Anwalt der Erbengemeinschaft wendete sich an den Oberbürgermeister der Stadt Gotha und es begannen Verhandlungen. Einbezogen wurden mehrere Kultur-Stiftungen. Schließlich wurden die Bilder übergeben und die Echtheit überprüft. Es waren die Originale. Vom Baumarktrahmen befreit und restauriert kehrten sie 2021, 40 Jahre später, endlich ins Schloss zurück und sind zu besichtigen.

Schloss Friedenstein, Picknick-Trage aus Holz und Bambus, Lackdekore in Gold und Silber, Japan

Weitere Informationen: Schloss Friedenstein, Schlossplatz 1, 99867 Gotha

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