Naumburger-Dom-Gully

Gullydeckel mit Stadtwappen

Gullydeckel mit Stadtwappen in Städten finden, heißt den Blick gesenkt zu halten statt in die Höhe. So sind kunstvolle Gullydeckel, auch mancherorts Schacht- oder Kanaldeckel genannt, zu entdecken. Meist zeigen sie die Sehenswürdigkeiten der Ortschaft. Kanaldeckel hatten bereits die alten Römer und seit jeher führen sie in den Untergrund, in die Kanalisation der Stadt. Gleichzeitig sollen sie natürlich Fußgänger vor Unfällen schützen.

Gullydeckel mit Stadtwappen entdecken

Gullydeckel von Erfurt

Die teuren Ganzmetall-Modelle sind oft in den Innenstädten. Auch Ausführungen mit Beton oder als Dreieck sind zu finden. In Japan soll es sogar bunte Deckel geben. Manchmal werden die Deckel wegen des Metalls auch schon mal nachts geklaut. Das geschieht nicht nur in armen Ländern, sondern auch in Deutschland. Ganz gefährlich.

Gullydeckel mit Stadtwappen in Wolfenbüttel

Gullydeckel haben den Zweck, dass die Kanalarbeiter in den Abwasserkanal zu Wartungsarbeiten steigen. Das riecht selbstverständlich nicht besonders gut und deshalb sind manche Deckel geruchs- und wasserdicht gestaltet. Wie fast alles in Europa unterliegen die Kanaldeckel einer Europäischen Norm und die schreibt rund vor.

Gullydeckel mit dem Stadtwappen von Celle

Warum ist das so? Darauf gibt es mehrere Antworten. Die sinnvollste ist wohl, dass die Schächte darunter auch rund sind. Außerdem ist die runde Form, also der Kreis, die stabilste. In Bergwerken herrscht wegen der Stabilität gegen den Erddruck die runde Form vor.

Gullydeckel mit Stadtwappen von Berlin

In manchen Städten erregen Pseudo-Gullydeckel die Aufmerksamkeit von Passanten, so zum Beispiel in Bremen das Bremer Loch oder Klanggullys in Hannover und Hannoversch-Münden. Und die „Sendung mit der Maus“ hat sich auch mit Gullys beschäftigt.

Ebenso wie die Mode, denn es gibt T-Shirts und Sweater mit dem Motiv eines Stadt-Gullys.

Das Bremer Loch

Das Bremer Loch als Gullydeckel

Direkt vor dem Parlamentsgebäude ist ein Gully, aus dem tierische Töne der Bremer Stadtmusikanten dringen. Aber nur wer eine Münze in den Gully wirft, hört auch den Gesang. Keine Angst, die Münze verschwindet nicht nutzlos in der Kanalisation, sondern in einer Spendenbox. Das gespendete Geld im Bremer Loch ist für die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe gedacht und unterstützt damit Projekte für Menschen der Stadt. Wilhelm Kaisen (1887 – 1979) war einmal angesehener Bürgermeister.

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