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Haus am Horn in Weimar

Haus am Horn in Weimar ist das erste Einfamilienhaus ganz im Bauhaus-Stil gebaut. Das Musterhaus von 1923 gibt einen Einblick in die neue Architektur der Bauhäusler und macht es erlebbar. Mitglieder der Werkstätten gestalteten es nach ihren revolutionären Bau- und Gestaltungsideen. Leider blieb es das einzige realisierte Bauprojekt in Weimar. Nur dank eines Sponsors ließen sich die Entwürfe in die Tat umsetzen.

Nach vielen Umwegen gehört das Haus am Horn nun zur Klassik-Stiftung Weimar und wird seiner Bedeutung gemäß pfleglich behandelt. Es ist zu besichtigen und ich fand es sehr interessant die Ideen in der Umsetzung zu sehen.

Haus am Horn in Weimar – UNESCO-Welterbe

Haus am Horn in Weimar – Grundriss

Bedauerlicherweise liegt das Haus abseits am Ende einer Wohnstraße und es gibt kaum Parkplätze. Dennoch lohnt die Mühe. Der Traum des Architekten Georg Muche war ein funktionales und modernes Eigenheim mit großer Freifläche und Nutzgarten für eine dreiköpfige Familie. Das Baubüro Walter Gropius setzte den Entwurf in die Tat um. Baustoffe und sämtliche Innenausstattung und Einrichtung stammte von Entwürfen der Bauhaus-Mitglieder. Zudem wurde für damalige Verhältnisse modernste Haustechnik eingebaut.

Von 1924 bis 1998 war das Haus bewohnt und die Eigentümer gestalteten es vielfach um. Heute entspricht das Gebäude wieder der Ursprungsideen des Bauhauses und gibt Einblicke in die Vorstellungen der Erbauer von 1923. Es verfügte über ein Gäste-WC beim Eingang, über Gästezimmer, Kinderzimmer, die Dame und der Herr des Hauses hatten jeweils eigene Zimmer und Speisezimmer. Vorratsraum, Küche und Speisezimmer liegen beieinander und ersparen somit unnötige Wege. Das Wohnzimmer liegt in der Mitte des Hauses und die anderen Zimmer reihen sich kreisförmig rundum.

Für meinen Geschmack ist die einzige Einschränkung, dass es im Wohnzimmer kein Fenster in den Garten gibt. Licht gelangt nur über ein großes Deckenfenster in den Raum.

Die erste Einbauküche Deutschlands ist im Haus am Horn

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Die erse Einbauküche Deutschlands im Haus am Horn

Heute eine Selbstverständlichkeit ist die Einbauküche noch recht jung und gab zur Bauhaus-Zeit den Blick auf einen ehe vernachlässigten Raum einer Wohnung frei. Die Bedeutung und die Arbeit einer Hausfrau und Mutter stiegen in den nachfolgenden Jahren immens.

Im Haus am Horn hatten sich Ernst Gebhardt und Benita Otte Gedanken über Arbeitsabläufe bei der Zubereitung von Mahlzeiten gemacht. Dementsprechend ordneten sie die Möbel an und rasches Kochen ohne Umwege möglich. Das war völlig neu. Spielende Kinder konnten durch geöffnete Türen und Fenster zum Garten hin beobachtet werden. Das selbst angebaute Gemüse lagerte in der angegliederten Speisekammer. Hochmoderne Gas-Geräte erleichterten schnelles Braten und Grillen. Das mühsame Heranschaffen von Kohle und Holz gehörte damit der Vergangenheit an. Die Wandverkleidung am Herd war aus weißem Glas und so leicht zu reinigen. Die Vorratsdosen auf dem Regal entwarf Theodor Bogler. 1923 war diese Einbauküche der Traum einer jeden Hausfrau und es sollte noch lange dauern, bis der in Erfüllung ging.

Weitere Informationen: Haus am Horn, Am Horn 61, 99425 Weimar,

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