Das Schloss von Angers mit den wehrhaften Mauern ähnelt eher einer Festung als ein Schloss zum Wohnen. Und doch errichteten die Grafen von Anjou im 13. Jahrhundert die Burg. Im 15. Jahrhundert wurde es in ein herrschaftliches und wohnliches Anwesen grundlegend umgebaut.
Doch Wohnen in Frieden war kaum möglich, denn es erlitt später Zerstörungen, fungierte als Gefängnis, diente als Garnison und während des 2. Weltkrieges als Munitionsdepot. Heute jedoch ist es wiederhergerichtet und gut besucht. Die Innenräume allerdings waren komplett leergeräumt und sind wieder mit Stücken aus den Epochen aufgefüllt. Interessant sind die Wandteppiche mit einer Länge von 100 Metern und Höhe von über vier Metern.
Wir waren nicht im Schloss, vielleicht war es gerade geschlossen und wurde renoviert. Stattdessen streiften wir durch den Ort mit Fachwerkhäusern.
Das Schloss von Angers – vom Schloss zum Munitionsdepot
Die ältesten Teile der Burg gehen weit in die Zeit zurück. Die Stelle am Fluss nutzten auch die Gallier zur Verteidigung gegen die Römer. Letztere entwickelten den Ort weiter zur antiken Stadt.
Auch die Wikinger fanden Angers wertvoll genug, um es zu überfallen. Im 9. Jahrhundert kamen sie über den Fluss, nahmen die Stadt mehrmals ein und plünderten sie aus. Führer war unter anderem der unter Wikinger-Fans bekannte Ragnar Lodbrok.
Später übernahmen Vertreter des Königs die Verteidigung und bauten die Festung aus. Die Herzöge von Anjou gehörten zur königlichen Familie und statteten das Schloss entsprechend üppig aus.
Heute ist die Burg und der Ort Angers ein Touristen-Magnet und Stätte für kulturelle Veranstaltungen.




