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Urban Sketching – Skizzieren auf der Straße

Urban Sketching – Skizzieren auf der Straße ist eine recht neue Bewegung aus den Vereinigten Staaten. Zeichner zeichnen in ihrer Stadt oder auf Reisen mit schnellen Strichen ihre Umgebung. Inzwischen hat Urban Sketching viele Anhänger auf der ganzen Welt gefunden. Es finden Treffen (Sketchcrawls) statt, zahlreiche Workshops und Reisen mit Gelegenheit zum Zeichnen. Auf dem Buchmarkt gibt es dazu Bücher zu kaufen, die Anfängern Unterstützung bieten.

Das schnelle Zeichnen vor Ort in handlichen Skizzenbüchern mit meist nur wenigen Stiften schafft Entspannung. Zudem sind Sketches eine schöne Ergänzung zu Reiseaufzeichnungen.

Urban Sketching – Skizzieren auf der Straße ist global

Urban Sketching – Skizzieren auf der Straße, alte Synagoge in Erfurt

Diese Art der Reiseerinnerungen sind 2007 in Seattle vom spanischen Illustrator und Journalisten Gabriel Campanario entwickelt worden. Es ist dabei völlig egal, ob jemand Zeichnen oder gar Malen kann oder nicht. Allein wichtig ist das Festhalten der augenblicklichen Situation mit schnellen Strichen. Das Ausschmücken mit Farben kommt meist später, wenn es denn erforderlich scheint. Wer am Ort des Zeichnens noch einen Stempel ergattert, kann stolz darauf sein. Kennzeichen der Bilder sind immer Datum, wer will Uhrzeit, Ort und Zeichner und Erklärungen zum Gezeichneten. So entstehen eine visuelle Chronik des Lebens und Besonderheiten des Ortes.

Worpswede – die Käseglocke, ein rundes ehemaliges Wohnhaus

Zum Zeichnen verwenden sie die unterschiedlichsten Materialien. Oft sind es Skizzenbücher mit Bleistift-, Tinten Zeichnungen mit Aquarellfarben oder ohne. Andere nutzen Mobiltelefone oder Tablets. Geteilt werden die Kunstwerke in Blogs oder in den sozialen Medien, wie Facebook oder Twitter und auf Pinterest oder Flickr. Es geht den Menschen darum, ihre Werke auszutauschen und Kontakte zu fördern. Treffen in Städten und Ländern oder das Internationale Urban Sketchers Symposium gewährleistet regen Austausch.

Auf die Bewegung haben sich einschlägige Firmen eingestellt und bieten umfangreiche Materialien an. Oft sind bei den veröffentlichen Zeichnungen auch die verwendeten Materialien notiert.

Das Urban Sketchers Manifest

Zeichnen im Überseemuseum in Bremen

Die Szene setzte sich Regeln mit diesem Manifest.

  1. Wir Zeichnen vor Ort, drinnen oder draußen, nach direkter Bobachtung.
  2. Unsere Zeichnungen erzählen die Geschichte unserer Umgebung, der Orte, an denen wir leben oder zu denen wir reisen.
  3. Unsere Zeichnungen sind eine Aufzeichnung der Zeit und des Orts.
  4. Wir bezeugen unsere Umwelt wahrhaftig.
  5. Wir benutzen alle Arten von Medien.
  6. Wir unterstützen einander und zeichnen zusammen.
  7. Wir veröffentlichen unsere Zeichnungen online.
  8. Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung.

Ich persönlich würde mich gerne als Urban Sketcher bezeichnen, doch das kollidiert mit den Regeln. Auf Reisen schreibe ich im Notizbuch und mache Fotos. Zum Zeichnen habe ich nicht die Muße. Deshalb setze ich Fotografien zu Hause teilweise in Zeichnungen um. Dabei experimentiere ich als absoluter Anfänger wird mit Papierstärken, Stiften und Farben. Und im Winter ist es mir schlicht zu kalt, um draußen herum zustehen. Aber reizvoll ist das schnelle Zeichen schon.

Weitere Informationen: Urban Sketchers

Urban Sketchers Germany

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