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Knicks in Schleswig-Holstein

Knicks in Schleswig-Holstein sind Wallhecken um Äcker, Wiesen und Weiden. Sie sind typisch in der Landschaft und gehören einfach zur Landschaft im nördlichen Bundesland. Sie werden von den Bauern nach wie vor gepflegt und oft erhalten, denn sie haben ihren Nutzen bewiesen.

Der Begriff Knick leitet sich von der Pflegetätigkeit ab. Zweige und sehr junge Bäume knickten die Bauern, um das Höhenwachstum zu begrenzen. Damit verdichtet man gleichzeitig die Hecke. Richtige Knicks sind dichte grüne Wände, die Schutz bieten vor starken Winden, Austrocknung der Böden und Bodenerosion. Man sieht auch manchmal kleine Häuschen, die sich hinter einem Knick ducken. Im Bundesland stehen sie unter gesetzlichem Schutz und dürfen nicht so einfach für den Bau neuer Häuser oder Gewerbegebiete herausgerissen werden.

Knicks in Schleswig-Holstein dienen Natur und Umwelt

Knicks in Schleswig-Holstein – nützlich, aber bedroht

Im 18. Und 19. Jahrhundert erhielt jeder Bauer sein eigenes vererbbares Land zugewiesen. Das Gesetzt legte fest, dass die Bauern die Grenzen ihre Grundstücke eindeutig zu markieren hatten. Das geschah mit den sogenannten Knicks. Damit waren die Grenzen unzweifelhaft klar definiert. Damit endete der freie Weidegang des Viehs auf Gemeinschaftsweiden. Jeder Bauer, der Nutztiere hielt, weidete sie nun auf eigenem Grund und Boden.

Gleichzeitig lösten Knicks das Problem des Nutzholz- und Brennholzmangels. Da sie im Herbst kurz geschnitten werden, fiel Brennholz an, dass die Bauern im Winter zur Verfügung hatten.

In den lebenden Zäunen wachsen lichtliebende Sträucher, wie Weißdorn, Schlehdorn, Hagebutten und Brombeeren und viele andere Arten. In diesen Hecken siedeln Tiere, wie Vögel und Insekten sowie andere Wildtiere und bauen ihre Unterschlupfe. So sorgen Knicks zwischen landwirtschaftlich intensiv genutzten Ackerflächen für Artenvielfalt und Lebensräume für Nützlinge.

Knick an der Straße mit Bäumen dazwischen

Beim Knicken, das heißt beim Biegen oder Abschlagen der Gehölze, bleiben heute oft einige Bäume stehen, die alt werden dürfen. Sie prägen zusätzlich die holsteinische Landschaft und bilden wertvolle Elemente der Kulturlandschaft. Obwohl Knicks unter gesetzlichem Schutz stehen, werden sie an vielen Stellen gerodet zum Nachteil der Natur und des Menschen. Stacheldraht oder Elektrozaun ist halt praktischer, aber öder.

Weitere Informationen: NABU Schleswig-Holstein

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