Fossiliengrube Twistringen im Naturpark Wildeshauser Geest eignet sich ideal für einen Familien-Ausflug. Sie ist die einzige öffentlich zugängliche Fossilienton-Grube in Norddeutschland.
Für Hobby-Archäologen sind in der Tongrube Nummer 2 der ehemaligen Ziegelei versteinerte Schnecken, Muscheln und Haifischzähne zu finden.
Der Weg zur Grabungsstelle geht durch ein Wäldchen an einem romantischen See entlang. Hunde dürfen mitgenommen werden. Beim Unterstand mit Sitzbänken stehen robuste Eimer mit Hammer und Schaufeln als Leihgabe bereit.
Inhaltsverzeichnis
- Fossiliengrube Twistringen für Hobby-Archäologen
- Zweckmäßige Ausrüstung für die Fossiliengrube
- Entwicklung der Tongrube
- Weitere Informationen:
Fossiliengrube Twistringen für Hobby-Archäologen
Die Funde stammen aus dem Miozän (Tertiär), dass ist das Erdzeitalter vor etwa 15 Millionen Jahren. Damals war die Gegend Meer und die Fundstücke stammen von Meeresbewohnern.
Der geräumige Parkplatz ist an einer alten Werkhalle. Über die wenig befahrene Straße geht es zum Eingangstor der Fossiliengrube. Man sieht wenig und die Spannung steigt. Auf dem Waldweg entlang eines Sees, an dem sich Fischreiher im Gebüsch niederlassen, geht es weiter.
Linkerhand ist ein Unterstand mit Sitzbänken und der Schautafel, die die Erdzeitalter anschaulich darstellt. An der Außenwand hängen Eimer mit Grabungswerkzeug und stehen Schaufeln, die zur Entleihung bereitgestellt sind. Ein Schild weist darauf hin, dass die Leihwerkzeuge sauber gespült wieder dort aufgehängt werden.
Vom Weg abweichen ist unvorteilhaft, denn an der Seeseite geht es steil hinunter und an der Hangseite ist es moorig. Spätestens jetzt bekommt die Empfehlung von Gummistiefeln ihre Bedeutung.
Die Grabungsstelle kommt in Sichtweite, es geht hinunter und der Boden ist glitschig. Am Hang geht mit Geduld das Graben los. Stücke des schwarzen Tons können beim Trog mit Wasser und Sieb ausgewaschen werden und kleine Muscheln sind zu entdecken. Die wertvollen Funde der eigenen Grabung landen vorsichtig in einem Extra-Behälter.
Zweckmäßige Ausrüstung für die Fossiliengrube
Am Weg sind hellbraune Tonscherben zu finden, aber in der Tongrube ist schwarzer Ton. Beim Brennprozess wandelt sich die schwarze Farbe in rostbraun.
Zum Ausflug in die Fossiliengrube braucht es Vorbereitung.
- Gummistiefel
- Alte strapazierfähige Kleidung
- Eigenen Eimer für die Geräte
- Behälter für die Fundstücke
- Esslöffel oder Gartenschaufel zum Graben
- Schraubendreher oder Hammer
- Sieb zum Auswaschen
- Gummihandschuhe bei Bedarf
- Bei heißem Wetter eine Kopfbedeckung
So ausgestattet wird der Besuch der Grube zu einem Erlebnis der besonderen Art. Wir waren bei Regenwetter dort und dennoch waren drei Familien eifrig beim Suchen. In den nächsten Ferien ist ein erneuter Besuch bei besserem Wetter fest geplant. Der Dreck an Jacken, Händen und Schuhen trübte die Stimmung nicht, im Gegenteil.
Entwicklung der Tongrube
- Seit 1806 ist eine Ziegelei in Twistringen. Der Ton wurde bis in eine Tiefe von etwa 15 Metern abgebaut.
- 1970 Ludwig Böhme sammelte in der Tongrube mehrere Tausend Fossilien. Die Sammlung ist Strohmuseum ausgestellt.
- Seit 1992 findet keine Ziegel-Produktion mehr statt. Die Grube lief voll und Angler nutzten sie als Angelgewässer.
- 2023 wurde das Wasser abgepumpt, so dass Fossilien zu Tage kamen. Mit Hilfe von Sponsoren wurde die Fossiliengrube Twistringen für Besucher angelegt und ausgestattet.
Weitere Informationen:
Fossiliengrube Twistringen, an der Alten Ziegelei Grabhorststraße, 27239 Twistringen
Öffnungszeiten: 8 bis 18 Uhr von März/April bis Oktober. Der Eintritt ist kostenlos.
Funde aus der Fossiliengrube sind im Strohmuseum, Kapellenweg 2, 27239 Twistringen
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14 bis 17:30 Uhr von März bis November







