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Piazza Bellini in Palermo

Piazza Bellini in Palermo in Sizilien ist eine Ansammlung von beindruckenden Kirchen. Auf der ehemaligen Stadtmauer gebaut, erheben sie sich über den Platz und Besucher sowie Gläubige müssen erst Treppen steigen.

Zu nennen sind hier Santa Catarina, San Cataldo und Santa Maria Ammiraglio. Letztere gehören gemeinsam mit der Kathedrale von Monreale und Cefalú zum UNESCO-Welterbe der Arabisch-normannischen Gebäude.

Das besondere an den Kathedralen und Klöstern aus  normannischer Zeit im 12. und 13. Jahrhundert  ist die unvergleichliche Muster-Vielfalt. Deutlich sind hier Einflüsse aus Nordafrika zu entdecken.

Als eifriger Tourist lassen sich auf diesem Platz gleich drei Kirchen besichtigen, wenn sie denn geöffnet sind.

Inhaltsverzeichnis

Piazza Bellini in Palermo ist das Zentrum

An der Piazza Bellini liegen alle wichtigen Gebäude der Stadt. Zu den Kirchen kommt das Theater, das Rathaus und Teile der Universität. Also ist es kein Wunder, dass sich hier Einheimische wie Besucher treffen.

Im Theater, das heute an anderer Stelle liegt, führte Donizetti Opern von Mozart, Rossini und Bellini auf. Opernfreunde werden die Namen der berühmten Komponisten kennen. Von letzterem erhielt der zentrale Platz im 19. Jahrhundert seinen endgültigen Namen.

Santa Catarina

Piazza Bellini in Palermo mit der Kirche Santa Catarina

Der italienische Name ist Chiesa di Santa Catarina d`Allessandria und gehörte einstmals zu einem Nonnen-Kloster der Dominikanerinnen. Nach vielen Erweiterungen und Umbauten erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Zum erhöhten Eingang gelangt man über eine Treppe. Im Inneren ist die Ausstattung prunkvoll und in jedem Winkel gibt es Verzierungen. Der Barock läßt grüßen. Man fühlt sich gleichsam erschlagen von soviel Dekorationen in einem Raum.

Santa Catarina an der Piazza Bellini

Fast beim Ausgang angekommen, fiel mir ein Bildnis oder Skulptur auf, dass ich so noch nicht gesehen hatte. Aus dem steinernen Bilderrahmen kam das Segelschiff, das tobende Meer, das geöffnete Maul eines Fisches und ein Ertrinkender plastisch hervor. Dramatischer geht es nicht und es fällt zwischen den vielen Dekorationen auf und zeigt die Gefahren der Seefahrt.

San Cataldo

Die Kirche fällt äußerlich wegen der roten Halbkugeln auf dem Dach auf. Gegenüber Türmen anderer Kirchen ist das sehr ungewöhnlich und lohnt einen genaueren Blick. Sie wirkt und ist klein im Verhältnis zu anderen sakralen Gebäuden, die mit wuchtiger Größe und Höhe Gläubige beeindrucken sollen.

Im Innern ist die Suche nach Dekorationen und üblicher Kirchenschmuck völlig unnötig. Die Wände und die Decke sind kahl und das Mauerwerk ist zu sehen. Und gerade deshalb steht sie im Gegensatz zu anderen ausgeschmückten Kirchen, die es in Italien in Massen gibt. Auch die Entstehung von San Cataldo ist sehr ungewöhnlich und lohnt das Nachlesen.

Im 12. Jahrhundert zur Zeit des Normannen-Königs Wilhelm I. ließ sich der bürgerliche Großadmiral und Kanzler diese Privatkirche bauen. Er geriet aber durch seine Position ins Fadenkreuz der sizilianischen Adligen und wurde ermordet. Hinzu kam, dass die Provinzadligen dem Admiral den Bau einer Kirche einfach nicht zubilligten und dies als Provokation empfanden.

Zeichen des Grabritter-Ordens in der Kirche San Cataldo

Heute gehört die Kirche dem Grabritter-Orden, dessen Zeichen über dem Altar hängt. Der Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem zählt gemeinsam mit dem Malteser-Orden zu den beiden einzigen Päpstlichen Ritterorden mit Sitz in Rom.

Die kleine Kirche ist sehr schnell mit Besuchern überfüllt und es wird eng.

Santa Maria dell’Ammiraglio oder Admiralskirche

Admiralskirche an der Piazza Bellini

Die dritte Kirche auf der Piazza Bellini ist die sogenannte Admiralskirche  und gehört mit zum UNESCO-Welterbe der Arabisch-normannischen Bauwerke. Auch sie wurde im 12. Jahrhundert von einem hohen Würdenträger Königs Rogers II. von Sizilien gestiftet und initiiert. Später erhielt das örtliche Benediktiner-Kloster die Kirche.

Mosaike an Wänden und Decken

Heute feiern in der Kirche die italo-griechischen Gläubigen nach byzantinischem Ritus die Gottesdienste.

wertvolle Mosaike mit Goldsteinchen

Im Verlaufe der Jahrhunderte schufen viele Architekten und Künstler Werke des Zeitgeschmacks an und in der Kirche. Barock und Putten lassen grüßen. Für mein Empfinden hat das der Kirche nicht gutgetan. Die vielen Mosaiken mit arabischem Einfluss sind einfach zu schön.

Mosaike auf dem Fußboden
Unglaubliche Vielfalt an Mustern
Geometrische Muster in arabisch-normannischen Kirchen

Da ich Fan von Geometrischen Formen bin, fotografierte sich sie hoffentlich alle. Wer in den Kirchen von Ravenna, in der Chora-Kirche oder Hagia Sophia in Istanbul war, wird sich an den vielen Mosaiken mit Gold-Steinchen erfreuen. In der Admiralskirche kommen noch die geometrischen Muster hinzu. Es ist ein Fest für die Augen.

Der Brunnen Fontana Pretoria

Fontana Pretoria

Geht man seitlich an der Kirche Santa Catarina durch die Straße kommt man auf die Rückseite der Kirche auf einen weiteren Platz. Hier befindet sich das Rathaus und ein erstaunlicher Brunnen. Mit einem Gitter gesichert, bestimmt er mit seiner puren Größe den Platz.

Fontana Pretoria mit mythischen Wesen

Der Brunnen war nicht immer hier, denn im 16. Jahrhundert entworfen und gestaltet, sollte er eigentlich die florentinische Villa des spanischen Vizekönigs von Neapel schmücken. Bevor der sich an dem Brunnen erfreuen konnte, verstarb er leider. Sein Sohn verkaufte den Brunnen kurzerhand an die Stadt Palermo.

Fontana Pretoria in Palermo

In vielen Einzelteilen kam er in Palermo an und wurde wiederaufgebaut. Die meist nackten Figuren zeigen mythologische Wesen. Renoviert und in makellosem Weiß bringen sie noch mehr Licht auf den Platz, als die Stadt durch die heißen Sommer ohnehin schon hat.

Weitere Informationen:

Santa Catarina

San Cataldo

Santa Maria dell’Admmiraglio

Fontana Pretoria

Unterschiedliche Öffnungszeiten!

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