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Das Gut Karabicha

Das Gut Karabicha ist etwa fünfzehn Kilometer von der der Ortschaft Jaroslawl entfernet. Es liegt in dem kleinen Dorf Greschnewo. Das Dorf hat nur etwa 700 Einwohner. Zehn Sommer verbrachte der geschäftstüchtige Dichter Nekrassow auf seinem Gut. Er schrieb Gedichte und Geschichten über das Leben der Bauern nach Aufhebung der Leibeigenschaft.

Das Besondere an seinen Veröffentlichungen war, dass er in der Umgangssprache schrieb. Das war für einen Schriftsteller neu und seine Werke erregten Aufsehen. Denn die Mitglieder des Adels sprachen und schrieben in einer gehobenen Sprache.

Nekrassow gründete auch eine Literaturzeitschrift und hielt Kontakte mit anderen russischen Schriftstellern sowie dem westeuropäischen Literaturbetrieb. Er war geschäftstüchtig und führte eine Spirituosenfabrik, die sehr profitabel war.
Mit nur 57 Jahren erlag er 1878 einem Krebsleiden in Sankt Petersburg.

Das Gut Karabicha des russischen Schriftstellers Nekrassow

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Gut Karabicha mit Birkenwald

Das Gut Karabicha liegt zwischen Wohnhäusern mit Gärten für Obst und Gemüse. Das Gut ist heute ein Museum und wird instand gehalten. Vielen andere Güter in der Umgegend sind zerstört.

Beim Betreten des Gutes müssen Gäste gefilzte Puschen anziehen, um den Parkettfußboden nicht zu beschädigen. Das Haupthaus verfügt über zehn Zimmer, die fast noch im Originalzustand eingerichtet sind. Es gibt einen Frauen- und einen Männerbereich, wie uns die Führerin erzählt. Im Arbeitszimmer steht ein voluminöser Schreibtisch, auf dem ein dickes aufgeschlagenes Buch und allerlei Schreibutensilien liegen. Auf einem Tisch im gemütlichen Raum steht eine Teekanne mit einer Tasse.

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Das Gut Karabicha des Schriftstellers Nekrassow – sein Schreibtisch

Als Besucher kann man sich leicht vorstellen, dass der Hausherr womöglich von der Jagd kommt und sich an den Schreibtisch setzt und Verse zu Papier bringt. Dazu warme Luft, die von draußen durch die wehenden Gardinen streicht. Sommer auf dem Land.

Die Nebengebäude und Wohnhäuser der Angestellten liegen auf dem Anwesen. In einer zerfallenen Baracke bei den Toiletten steht eine Tür offen. Die Tür war gefüttert mit Kaninchenfellen gehalten mit einem groben Gewebe. So wurden vermutlich die Türen und Fenster gegen die frostige Kälte im Winter gedämmt.

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Mit Kaninchenfellen gedämmte Tür auf dem Gut Karabicha

Bei den Gebäuden liegt ein Birkenwäldchen. Im Garten vor dem Gutshaus arbeiten Gärtner und halten die Blumenbeete in Ordnung. Die Pflanzen leuchten in sattem Grün. Der Boden ist fruchtbar. Man kann sich gut vorstellen, dass Kinder im Innenhof spielen.

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