Camposanto Monumentale in Pisa hat mich tief beeindruckt. In direkter Nachbarschaft zum «Schiefen Turm» und dem Baptisterium gelegen, fällt es durch die langgestreckte Form und den vielen Bögen auf der Fassade auf.
Geht man hinein, hat das Gebäude eine U-Form und in Innern sind die Arkaden geöffnet und lassen den Blick auf den Innenhof schweifen.
Welchen Zweck hat das Composanto?
Die Anlage ist ein Friedhof und dort stehen die Sarkophage von wichtigen Personen aus Pisa. Hier versammeln sich die Gräber der Reichen und Mächtigen sowie natürlich Mitglieder der Medici-Familie. Anfangs waren die VIPs rund um den Dom beerdigt. Doch der Platz wurde gebraucht und so entstand diese imposante Begräbnishalle.
Obwohl hier das Totengedenken in Stein zu Hause ist, sind doch einige bemerkenswerte Dinge zu entdecken.
Inhaltsverzeichnis
- Camposanto Monumentale in Pisa ist ein überdachter Friedhof
- Ungewöhnliche Grabdenkmäler
- Weitere Informationen:
Camposanto Monumentale in Pisa ist ein überdachter Friedhof
Die Bauarbeiten begannen im 13. Jahrhundert und endeten mit Unterbrechungen im 14. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit bemalten Künstler die Wände mit Fresken, die im Zuge von Renovierungsarbeiten zum Vorschein kamen.
Der Sinn vom Composanto war natürlich das Gedenken und die Erinnerungspflege an verdienstvolle Menschen. Aber es diente auch der Erinnerung an die ruhmreiche mittelalterliche Vergangenheit der Stadt Pisa. Pisa war mal eine wichtige Handelsmetropole mit einem Hafen am Mittelmeer. Das hier ordentliche Geld verdient wurde, ist eindrucksvoll an den prächtigen, marmorverkleideten Gebäuden zu sehen.
Ungewöhnliche Grabdenkmäler
Doch wirklich sehenswert sind manche Sarkophage. So gefiel mir die nackte Schöne auf einem Stapel Bücher gelehnt am besten. Dabei flossen automatisch die Gedanken: Was hat diese Entblößte auf einem Sarkophag zu bedeuten? Warum stellt sie ihren Arm auf dem Bücherstapel ab? Wir wissen es nicht und können nur Spekulationen anstellen. Vielleicht ist ein belesener Mensch unter dem Deckel? Die nackte Frau stellt wahrscheinlich eine Göttin dar und durfte deshalb nackt sein. Das war dann im christlichen Pisa weniger verwerflich.
Etruskische Sarkophage sind hier zu entdecken und das Volk der Etrusker lebte vor den Römern in Mittelitalien. Im Vergleich zu den anderen wirken sie gröber, welches wegen des höheren Alters nicht verwunderlich ist.
Interessant ist auch die Statue des Rechenmeisters Leonardo Fibonacci und der ist im 12. Jahrhundert in Pisa geboren und gestorben. Er bereiste den nahen Osten und beschäftigte sich intensiv mit Mathematik. Fibonacci setzte Maßstäbe in der Mathematik und Geometrie und entwickelte neue Grundsätze und vorhandene weiter.
Bekannt ist Fibonacci vor allem wegen der nach ihm benannten Fibonacci-Folge 1,1,2,3,5,8…, jede Zahl ist die Summe der beiden vorangegangenen Zahlen. Diese Erkenntnis hat auch den Goldenen Schnitt zur Folge, der bei Fotographien und Gemälden von Bedeutung ist. Wer mehr darüber wissen will, muss sich in die Gefilde der höheren Mathematik stürzen und wird eine ganze Menge über den genialen Rechenkünstler im Internet finden.
Es existiert keine Abbildung von Fibonacci, daher ist das Gesicht der Statue frei erfunden.
Genug der Toten, war interessant bei euch, aber wir gehen wieder in den Sonnenschein.
Weitere Informationen:
Piazza del Duomo in Pisa und die Denkmäler







Hach, der Camposanto! Ein wirklich überdachter Friedhof, ja, aber woanders gibt’s doch auch noch überdachte Cafés. Die Sarkophage sind beeindruckend, besonders die nackte Dame mit dem Bücherstapel – sie regt die Neugier so schön an, dass man fast den Kopf schüttelt. Leonardo Fibonacci, der Rechenmeister, ist auch dabei, aber seine Statue wirkt etwas… frech ohne Gesicht. Manchmal fragt man sich, ob die Toten in Pisa wirklich ruhiger schlafen, weil ihre Grabmäler so sehr neugierig machen. Ein Ort, der zeigt, dass auch in der Ewigkeit ein bisschen Aufsehen will!