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200 Jahre Bremer Stadtmusikanten

200 Jahre Bremer Stadtmusikanten feiert Bremen ordentlich. Im Festjahr der bekanntesten Botschafter der Hansestadt weltweit ist die Stadt in Feierlaune.

Die markanten Figuren Esel, Hund, Katze und Hahn des bekannten Märchens stehen an der Westseite des Rathauses. Die Bronzeplastik schuf der Künstler Gerhard Marcks 1951. Heute sind die Stadtmusikanten weltberühmt und das eigentliche Wahrzeichen der Stadt.

Die Tierfabel stammt aus dem Mittelalter und wurde von den Gebrüdern Grimm festgehalten und aufgeschrieben. 1819 haben die Gebrüder Grimm in ihrer Märchen-Sammlung die Geschichte über die Bremer Stadtmusikanten veröffentlicht. 2019 ist deshalb für Bremen an der Märchenstraße das Jubeljahr.

200 Jahre Bremer Stadtmusikanten – Wahrzeichen

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Bremer Rathaus und Roland – UNESCO Weltkulturerbe

Botschaft des Märchens ist, dass die Schwachen sich erfolgreich gegen die Starken behaupten können. Ein anderer Hintergrund der Geschichte könnte seine, dass die Musikanten der „Unser Lieben Frauen Kirche“ fahrende Musiker aufnahmen. Denn schon 1339 tauchten in alten Schriften die Stadt- und Raths-Musici auf. Die Spielleute musizierten bei politischen Empfängen und Hochzeiten.

Jedenfalls unterstützt der Besucher die Wahrscheinlichkeit einer Wiederkehr nach Bremen, in dem er die Füße anfasst. Und Glück soll es ebenso bringen. Gar nicht zu verfehlen, denn die Beinknöchel sind hell und blank gescheuert.

Der Bildhauer Gerhard Marcks

200 Jahre Bremer Stadtmusikanten

200 Jahre Bremer Stadtmusikanten – Glücksbringer

Schon 1938 überlegten die Senatoren, den Figuren des Märchens ein Denkmal zu setzen. Aber 1951 bekam der Bildhauer Gerhard Marcks (1889-1981) den Auftrag. Endgültig aufgestellt war das Märchenquartett erst am 30. September 1953. Sie stehen auf einem Sockel mit dem Hinterteil dem Rathaus zugewandt. Das gab Kritik und beleidigte das Volksempfinden. Heute steht die Skulptur unter Denkmalschutz und keiner stört sich daran. Selbst Bremer werfen einen Blick auf ihre Stadtmusikanten, fassen an die Beine und fotografieren sie.

Abgüsse stehen in einigen umliegenden Gemeinden Bremens, wie Achim, Brakel, Kirchlinteln und Syke. Sie gehören zum Speckgürtel. Außerdem sind die Stadtmusikanten gar nicht nach Bremen gekommen, sondern sind in einem Wald vor den Toren der Stadt geblieben.

Das Argument können andere Ortschaften nicht beanspruchen und dennoch verfügen sie über Abgüsse der Skulptur. So in

  • Köln, Leipzig, Erfurt, Dresden, Schwerin, Ense, Fürstenwalde/Spree
  • Kaarsheuvel (Niederlande)
  • Warschau (Polen)
  • Riga (Lettland)
  • Basel (Schweiz)
  • Cambridge (England)
  • Milwaukee (USA)
  • Astana (Kasachstan)
  • Kawaguchiko-Fuji und Kawasaki (Japan)

Das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“

200 Jahre Bremer Stadtmusikanten

200 Jahre Bremer Stadtmusikanten

Ein Mann hatte einen Esel, der schon viele Jahre die Säcke zur Mühle trug. Er war alt und die Kräfte gingen dem Ende zu. Für den Herrn wurde der Esel unbrauchbar und er wollte ihn aus dem Weg räumen. Der Esel bemerkte das und lief fort Richtung Bremen. Dort sah er eine bessere Zukunft als Stadtmusikant.

Auf seinem Weg traf er einen Jagdhund, der sich müde gelaufen hatte. Auch er zählte etliche Jahre und auf der Jagd zunehmend unnütz. Zusammen setzten sie ihren Weg fort. Es dauerte nicht lange, das saß eine mies dreinschauende Katze am Wegesrand. Auch sie konnte ihrer Herrin nicht mehr genügend Mäuse fangen und schloss sich den Dreien an. Gemeinsam erreichten sie ein Gehöft. Hier saß ein Hahn und schrie aus Leibeskräften. Auch der Hahn stand fast am Ende seiner Lebenszeit und die Hausfrau wollte ihn im Suppentopf kochen. Die anderen erzählten ihm von ihrem Vorhaben und er ging mit ihnen.

Es wurde Nacht, sie waren müde und brauchten einen Ruheplatz. In einem Wald unter einem Baum fanden sie einen Platz. Der Hahn auf der Spitze des Baumes schaute sich vor dem Einschlafen noch mal nach allen Seiten um. Er entdeckte weit entfernt ein Licht und machte seine Gefährten darauf aufmerksam. Vermutlich kam das Licht von einem Haus. Der Schlafplatz passte ihnen ohnehin nicht recht, sodass sie sich zum Haus aufmachten. Vielleicht bekamen sie auch etwas zu essen.

Also begaben sie sich auf den Weg. Angekommen erkannte der Esel schnell, dass es sich um ein Räuberhaus handelte, als er durch das Fenster blickte. Sie beratschlagten und hatten eine Idee. Der Esel sollte sich auf das Fenstersims stellen, der Hund auf seinen Rücken springen, die Katze auf den Hund klettern und der Hahn an die Spitze fliegen. So aufgestellt fingen sie auf ein Zeichen an, Musik zu machen. Unter Lärm stürzten sie in die Stube. Die Räuber erschraken dermaßen, dass sie in den Wald flohen. Esel, Hund, Katze und Hahn setzten sich an den gedeckten Tisch und aßen sich satt. Nach Mitternacht legten sie sich zur verdienten Ruhe und löschten das Licht.

Das sahen die lauernden Räuber und ein Mutiger sollte die Lage feststellen. Er fand alles ruhig vor, ging hinein und wollte die Kohlen anzünden. Doch dabei handelte es sich um die glühenden Augen der Katze, die wutentbrannt aufsprang und ihn kratzte. Der Hund biss ihm ins Bein und der Esel gab ihm einen gewaltigen Tritt. Der Räuber ergriff die Flucht und der Hahn schrie hinter ihm her. Der Räuber lief zu seiner Bande und berichtete atemlos, dass eine Hexe, ein Mann mit einem Messer, ein Ungeheuer und auf dem Dach ein schreiender Richter sei. Die Räuber trauten sich daraufhin nicht mehr in das Haus.

Die Musikanten blieben bis ans Ende ihrer Tage im Haus wohnen.

Weitere Informationen:
Bremen Tourismus
Gerhard Marcks Museum
Grimmwelt Kassel
Deutsche Märchenstraße

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