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Nordwolle Delmenhorst

Nordwolle Delmenhorst oder Nordwestdeutsches Museum für Industriekultur ist ein Relikt aus vergangener Zeit. Heute stehen auf dem Gelände nur einige Reste der Gebäude. In der Mitte ist ein Parkplatz, der wochentags aus den Nähten platzt.

Im Turbinenhaus ist das Fabrikmuseum. Es zeigt anschaulich die Entwicklung des Betriebs der Wollverarbeitung von 1884 bis 1981. Gleicht Delmenhorst heute einer Kleinstadt mit hoher Arbeitslosigkeit, war es früher der Nabel der Wollverarbeitung. Vor den Toren Bremens mit seinen Häfen und der Eisenbahn lag das Unternehmen verkehrsgünstig. Arbeitskräfte aus ganz Europa wurden angeworben. Unter harten Bedingungen verdienten sie ihr Geld.

Nordwolle Delmenhorst bei Bremen

Nordwolle Delmenhorst

Nordwolle Delmenhorst – vom Schaf bis zum Garn

Von außen ist die große Turbinenhalle zu sehen. Der Eingang ist jedoch links an der Lokomotive vorbei. Der Rundgang zeigt alle Schritte vom Schaf bis zum Faden. Maschinen im Original-Zustand und viele Fotos zeigen eindrücklich den Betrieb. Daran sind bekannte Namen der deutschen Maschinen-Bauindustrie zu sehen.

Der Bremer Unternehmer Lahusen gründete 1884 die Fabrik in Delmenhorst. Warum gerade Delmenhorst? Bremen als Stadtstaat hatte gerade Probleme wegen Zoll. So fiel die Entscheidung für Delmenhorst leicht. Bis 1920 wuchs das Unternehmen stätig und entwickelte sich zum weltweit agierenden Textil-Konzern mit 28.000 Mitarbeitern. 1931 kam es zum Zusammenbruch, der Arbeiter und Finanzfirmen in Abgründe riss. Die Firma konnte sich aber erholen.

Industriedenkmal – Nordwolle Delmenhorst

Nordwolle Delmenhorst

Nordwolle Delmenhorst – Säcke, Waagen, Körbe

Für die Arbeiter der Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei gab es fortschrittliche soziale Einrichtungen, wie eine Badeanstalt, ein Krankenhaus, Geschäfte, eine Kantine sowie Häuser für Arbeiter und Angestellte. Der Chef hatte seine Villa ebenfalls auf dem Firmengelände.

Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einem kurzen Aufschwung. Danach wandelte sich die Textilindustrie grundlegend. Die Produktion ging nach Asien. Bis 1981 konnte in Delmenhorst noch weiter produziert werden. Ab dann war Schluss und die letzten Arbeiter waren arbeitslos.

Das Areal verfiel zur Industrie-Brache aus rotem Backstein. 2000 entwickelte sich das Gelände zu einem Wohngebiet mit zahlreichen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Sogar die weiße Villa des Firmengründers steht noch im hinteren Teil. Heute ist die Nordwolle verknüpft mit Innovation. Der Rundgang durch die Abteilungen gibt einen umfassenden Überblick über die Arbeit in der Industrie um die Jahrhundertwende.

Nordwolle Delmenhorst

Vorsicht! Schafsköpfe stehen auf dem Parkplatz der Nordwolle Delmenhorst.

Weitere Informationen:
Nordwolle Delmenhorst, Am Turbinenhaus 10 -12, 27749 Delmenhorst
Öffnungszeiten: Di – Fr und So 10 – 17 Uhr, Mo + Sa geschlossen.

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