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Milet

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Mäander-Delta

Milet wurde schon um 11. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Milet war ein Stadtstaat und herrschte über 90 Kolonien. In den weit verteilten Kolonien im Mittelmeer und im Schwarzen Meer trieben die Bewohner regen Handel.

Anfangs war Milet eine Küstenstadt, doch es erging dieser bedeutenden Stadt ähnlich wie anderen Orten an der Türkischen Agäis. Die Flüsse schoben durch ihre immerwährende Sandfracht die Küstenlinie weiter ins Mittelmeer. Die Orte saßen buchstäblich auf dem Trockenen und rutschten in die Bedeutungslosigkeit.

Die Menschen des Dörfchens Balat wohnten in den Ruinen. Im Zuge der Ausgrabungen mussten sie umsiedeln. An der Erforschung von Milet waren maßgeblich Archäologen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) beteiligt. Heute liegt das Ruinenfeld einsam in einer morastigen Ebene.

Milet oder Miletos

Durch eine enge Dorfstraße gelangte unser Bus zur Ausgrabungsstelle. Milet liegt auf einer Anhöhe, einer einstigen Halbinsel. Diese günstige Lage ist nicht mehr zu erkennen, denn Teile der Ruinen verschwanden im Mäanderschlamm. In Milets Blütezeit sollen 100.000 Einwohner in der Stadt gelebt und gearbeitet haben, das wäre vergleichbar mit dem heutigen Mexico City oder New York.

Nachfolgende Völker wie Griechen, Römer, Seldschuken und Osmanen bauten Festung und Palast weiter aus. Heute liegen die Überbleibsel auf dem Gelände weit verteilt. Aber daran ist zu erkennen, wie groß die Stadt einmal war. Kennzeichen für Größe dafür waren immer die Sitzplätze der Theater. Im Milet-Theater konnten 25000 Zuschauer Platz nehmen. Zwischen Manege und Sitzreihen gab es eine Mauer, die die Zuschauer bei blutigen Gladiatorenkämpfen schützten.

Thermen – Bürger treffen Lustknaben

milet-therme, Trolley-Tourist.deIn der Faustina-Therme sind noch die Umkleidekabinen und Liegen aus zu machen. Viele wohlhabende Bürger trafen sich hier mit ihren Lustknaben. Ihre Frauen hatten zuhause zu bleiben und Haushalt und Kinder zu hüten.

Das Bad war überdacht und wohlig geheizt mit Fußboden-Heizung.

Wieder sind nur die nackten Wände zu sehen, aber die Vorstellung von viel Marmor und Luxus fällt inzwischen leicht.

Markttor von Milet im Pergamon-Museum, Berlin

milet-mohnblumen, Trolley-Tourist.deDas zweistöckige Markttor von Milet gehörte zur Südlichen Agora. In Milet ist es nicht mehr zu sehen, denn es steht in der Antikensammlung des Pergamon-Museums in Berlin. Deutsche Ausgräber bauten das Tor komplett ab und schafften es in Einzelteilen ins Museum nach Berlin. Dort ist es wieder aufgebaut und restauriert worden. Es gehört zu den Höhenpunkten des Museums.

Ein schönes, römisches Fußboden-Mosaik ging den gleichen Weg und ist heute in Berlin auf der Museumsinsel zu bewundern. Diese Schätze sehen wir nicht mehr in Milet, dafür viele sprießende Frühlingsblumen.

Tipp: Frühling ist die ideale Reisezeit für eine Türkei-Kultur-Reise.

Entspannen in der Karawanserei

Zwischen Ausgang und Parkplatz ist ein kleines Museum und eine alte osmanische Karawanserei. Im Schatten mit dem Blick auf Theater und Festung von Milet bei einer Tasse Cha, türkischen Tee, lässt sich wunderbar entspannen.

 

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