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Asklepieion

Asklepieion, Heilzentrum der Antike, liegt am Stadtrand von Bergama. In der Nähe ist ein militärisches Gelände mit Fotografierverbot. Etwa im 4. Jahrhundert v. Chr. begann der König von Pergamon den Bau des Erholungsortes für Adlige. Er wurde dem Gott der Heilkunst „Äsklepios“ oder „Äskulap“ geweiht. Neben den Kurorten in Epidaurus (UNESCO-Weltkulturerbe) auf der griechischen Peloponnes und auf der griechischen Insel Kos zählte es zu den gern besuchten Heilstätten. Hier wirkten berühmte Ärzte, wie Galenus und Hippokrates, und das Gesundheitszentrum wurde vergrößert. Römische Kaiser wie Hadrian, Mark Aurel und Caracalla suchten hier Erholung. Noch heute gilt der Äskulap-Stab als Zeichen Heilkunst.

Asklepieion – Sterbende und Schwangere schlecht fürs Image

Der Aufbau der Zentren ist ähnlich. Neue Kranke kamen über eine lange Straße ins Innere der Anlage. Der Hilfesuchende wurde sorgfältig beobachtet. Machte er einen sterbenskranken Eindruck, erklärten ihm die Ärzte, dass es für seine Erkrankung hier keine Heilung geben könne. Mit dieser Vorgehensweise wollte die Verantwortlichen Todesfälle vermeiden. Tote sind schlecht für den guten Ruf und das Geschäft. Geheilte spenden und erzählen davon. Beim Tempel des Asklepios ist ein Rundbau für reiche Opfergaben. Abgewiesene schickten die Ärzte weiter, zum Beispiel nach Hierapolis. Die vielen Sarkophage dort, sprechen eine deutliche Sprache. Schwangere lehnten Ärzte ebenso ab. Das Risiko bei der Geburt zu sterben, war in damaliger Zeit für Frauen einfach zu groß. 120 bis 130 Personen fanden Aufnahme. Es gab Schlafsäale für Kranke und Pflegepersonal, sowie Latrinen und Thermen zum Waschen.

Naturheil-Verfahren

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Asklepieion-Theater, Blick nach Pergamon

Im Gesundheitszentrum wurden Naturheilverfahren und Psychotherapien angewendet. Dazu gehörten Sonnen- und Wasserbäder, Heilkräuter- und Honigkuren. Die Heilpflanzen wuchsen in Pergamon direkt vor der Tür. Es führte eine langer Gang mit beidseitigen Wasserläufen zum Therapieraum.  Die Vermutung liegt nahe, dass in diesem dunklen, unterirdischen Gang Kranke allerlei Dämpfe einatmeten. Vielleicht sorgte das schon für eine Besserung der Befindlichkeiten.  Ein Theater mit 3000 Sitzplätzen sorgte für genügend Ablenkung, Wohlbefinden und Gesundung.  Es durften im Theater verständlicherweise keine Tragödien sondern nur Komödien aufgeführt werden. Lesungen, eine schöne, luxuriöse Umgebung und Zuwendung ergänzten die Heilung von Körper und Geist.

Heute finden im Asklepieion die Bergama-Festspiele, aber auch Ärzte-Tagungen statt.

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