Kolkata Blumenmarkt

Der Kolkata Blumenmarkt unterhalb der Howrah Brücke
über den Fluss Hooghly war ein absolut sensationelles Erlebnis. Es war Mittwoch, am nächsten Tag fand ein Hindu-Fest statt. Auf dem Blumenmarkt boten Großhändler ihre Waren an. Händler kauften dort Blumen, Blätter und Früchte und verkauften sie in den Stadtteilen an die Millionen von Gläubigen. Hindus opfern das Gekaufte dann in ihren jeweiligen Tempeln. Es wird gemunkelt, dass Händler die Blumen in den Tempeln einsammeln und wieder verkaufen.

Kolkata Blumenmarkt an der Howrah Brücke

kolkata-blumenmarkt-lastwagen, www.trolley-tourist.deDie Straße des Blumenmarktes ist eigentlich gar nicht sichtbar. Händler mit ihren Körben voll mit Blumengirlanden bieten ihre Waren an. Manche bauten kleine Stände auf, viele breiteten ihre Waren auf der Erde aus. Käufer und wir Touristen bahnen sich ihren Weg so gut es ging. Es ist eng, quirlig und die leuchtenden Farben der Blumen auf beiden Seiten des „Weges“ sind unbeschreiblich. Zu allem Überfluss wollen zwei Lastwagen mit Nachschub durch die Menge. Händler, Kunden und Besucher quetschen sich an die Ränder, um die Lastwagen durchzulassen. Einfacher gesagt als getan. Alle passen auf sich selber auf und auf die Waren der Händler. In Blumen hinein zufallen mag vielleicht eine nette Vorstellung sein, aber damit würde man sicherlich den begründeten Zorn auf sich ziehen. Nach einem solchen Malheur wäre die kostbare Ware unbrauchbar. Unglaublich, aber die Lastwagen kommen langsam voran. Durch das Gewimmel balancieren zusätzlich noch Träger ihre Säcke auf dem Kopf oder Rücken. Andere Transport-Unternehmer brachten mit Fahrrädern Blumen von A nach B. Wegen der Enge schoben die Transporteure aber ihr Gefährt.

Gruppe im Gänsemarsch durch den Kolkata Blumenmarkt

Nur mit Mühe blieb unsere Reise-Gruppe zusammen. Manche kamen gut voran, manchen war es zu eng und warteten höflich. Die Tugend Höflichkeit war hier völlig fehl am Platz, jeder musste zusehen, wie er irgendwie vorwärts kam. Die Reiseleiterin legte Stopps zum Sammeln ein, soweit das möglich war. Aber es war zumindest der Sichtkontakt wieder hergestellt. Das fanden die Händler überaus lästig. Wir standen herum und versperrten die Sicht auf die angebotenen Waren.

Ärgerlicher Blumen-Händler

kolkata-blumenmarkt-bruecke, www.trolley-tourist.deEinen Händler konnte ich beim Warten genauer beobachten. Er schwenkte aufgeregt seine Hände, wir sollten weitergehen. Ging leider nicht. Vor Ärger wischte er mit seinem ohnehin schmutzigen Tuch über den neben ihm stehenden Hocker. Dann besprengte er seine Ware mit Wasser für ein frischeres Aussehen. Hinter ihm standen viele kleine Wasserbehälter mit seinen Wasservorräten. Es wurde heißer, die werden im Laufe des Vormittags noch leer werden. Hektisch goss er das Wasser aus den kleineren Eimern in den größeren. Endlich gingen wir weiter. Er wurde ruhiger, denn die Sicht auf seine Auslagen war frei.

Wir kamen an die Howrah-Brücke und stiegen die Stufen hinauf. Von oben war der Blick phantastisch. Durch das Gewimmel und Gewühle waren wir heil durch gekommen. Dieser Weg durch den Kolkata Blumenmarkt war ein Erlebnis der besonderen Art.

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