Bursa-Gräber

bursa-spielplatz, bursa-gräber, Trolley-Tourist.deBursa liegt in der Nähe vom Berg Uludag. Der Uludag ist über 2500 Meter hoch und im Winter ist dort Skifahren möglich. Bursa war die erste Hauptstadt des Osmanischen Reiches.

Im Stadtteil Cekirge sprudeln Thermal- und Heilquellen. Als Erholungs- und Kurort wurde Bursa sehr geschätzt. Noch heute sind im Stadtteil Cekirge alte Bäder und Hamams zu entdecken. Das Hotel Kervansaray ist in einem alten großen Bad. Nach der letzten Renovierung gibt es Frauen-, Männer- und Familienbäder. Allein schon wegen der schönen Ausstattung ist es ein paar Wellness-Stunden wert. 

Aber im Stadtteil Cekirge gibt es noch mehr zu entdecken. Nach dem Bad vielleicht etwas Süßes? Die Treppe hinauf an einem kleinen Spielplatz vorbei hinauf zur Cekirge Caddesi, gleich links, verführt die „Patisserie Unpa“ mit süßen Teilchen. Es gibt ein paar Stühle im kleinen Laden. Eine süße Verführung ausgesucht und ein Glas Tee – was wäre entspannender. Geht man auf der Straßenseite weiter sind noch einige leckere Geschäfte.

Grab von Osmans Sohn Orhan

Im alten Stadtteil nahe der Tophane Zitadelle (Tophane Parki) liegen die Gräber von Orhan und dem Gründer des Osmanischen Reichs Osman. In Orhans Grabhalle fällt gleich eine sarg- und dachähnliche Ruhestätte auf. Der Aufbau ist nur symbolisch, denn das eigentliche Grab ist darunter. Am Kopfende prangt ein gewickelter, weißer Turban. Daran ist mit einem Blick die Wichtigkeit des Verstorbenen zu erkennen. Aber nicht die Größe ist entscheidend, sondern die Art der Wickelung. Denn die Wickelung des Turbans zeigt die Bedeutung des Toten an. Erstaunlich erschien mir, dass hier seine Hauptfrau und Töchter mit beerdigt sind. Im Gang des Rundbaus ist ein kleinteiliges Fußboden-Mosaik zu erkennen. Das stammt aus der christlichen Basilika, die hier mal stand.

Grab von Osman, der Gründer des Osmanischen Reiches

bursa-osman, bursa-gräber, Trolley-tourist.deDas Grabmal des mächtigen Staatsgründers Osman ist verständlicherweise wesentlich prächtiger als das von seinem Sohn. Auf dem Aufbau liegt kunstvoll besticktes Leder. Die Gitter um die Grabstätte bestehen aus Perlmuttarbeiten. Der Turban scheint etwas kleiner zu sein, aber die Technik des Schlingens ist entscheidend. Ebenso wie beim Sohn, fanden hier die Hauptfrau und Töchter ihre letzte Ruhestätte. Die Malereien an Wänden und Decke sind restauriert. Ein kleines Quadrat zeigt die Orginal-Bemalung. Beide Grabmäler stammen aus dem 19. Jahrhundert. Vorher waren die Ruhestätten in einer ehemaligen Kirche.

Die Grabmäler im Tophane Parki sind auf einer Anhöhe und bieten eine schöne Aussicht über die Stadt. Aus der nahen Altstadt schauen Kuppeln von Hamams und Markthallen sowie Türme von Moscheen aus dem Dächermeer hervor. Im Parki stand früher eine Kanonenfabrik. Einige Kanonen erinnern daran. Kanonen in den Stadtmauern zu gießen erschien wohl sicherer.

Grab von Celebi Sultan

Das achteckige, Grabhaus des Celebi Sultan Mehmed (1379 – 1421), liegt gegenüber der Grünen Moschee ( Yesil Cami). Der Bau fällt durch blaue Kacheln auf. Es kommt vor, dass Diebe einbrechen und die alten, wertvollen Kacheln abschlagen und an Sammler verkaufen. Das ist ein enormer Verlust. Im Grabmal überwiegen die Farben Blau und Gold. Es ist prächtig ausgestattet. Der Sultan muss sehr beliebt gewesen sein. Auch hier bewegen sich Betende andächtig und langsam um die Sarkophage herum. Dabei bleiben manche Gläubige eine Weile stehen und lesen aus dem Koran. Das führt zu Platzmangel, denn eine Frauengruppe hat als Ziel ihres Ausfluges den Besuch dieses Grabmals auserkoren. Das zeigt, diese alten Grabhäuser werden von den Gläubigen besucht. Es sind keine einfachen Gräber, sondern Stätten der Verehrung und des aktiven Gedenkens.

Bursa-Gräber, Rentner und Lollipop

bursa-lollipop, Bursa-Gräber, Trolley-Tourist.deVor dem Grabhaus spricht uns ein älterer Deutschtürke an. Er lebt seit Jahrzehnten in Deutschland und besucht seine Heimatstadt. Er ist inzwischen Rentner, will aber seine Rente in Deutschland bleiben. Von seinem gesparten Geld kauft der Geschäftsmann mit Aktentasche in der Türkei Häuser und Wohnungen. Der Wohnungsmarkt expandiert und ehemals verpönte Lagen erfuhren eine Wertsteigerung. Wir verabschieden uns freundlich. Währenddessen wird es immer interessanter vor dem Grabmal. Eine Schulklasse in Schuluniformen, wahrscheinlich Grundschüler einer Privatschule, testen an uns ihre ersten Englisch-Kenntnisse aus. Dazu sind wir mehr als gerne bereit.

Unten an den Treppenstufen steht ein seltsames Gerät mit bunter Zuckermasse und Zitronenschalen in der Mitte. Es nicht festzustellen, wozu das sein soll. Doch sind Kinder da mit ihren Müttern. Ein Kind kauft sich einen Lollipop und nun wird die Funktion des ominösen Gerätes schnell klar. Der Lollipop-Mann geht mit einem Holzspatel durch die klebrige Zuckermasse, dreht das Ganze in der Zitronenhälfte und überreicht dem Mädchen den bunten Lolli. Verblüffend.

Mittagessen

Von Lollipops werden wir nicht satt, deshalb gehen wir gleich in der Nähe des Grabmals ins ansprechende „Hünkar“, Cafe und Restaurant, in der Yesil Cami. Das große Restaurant bietet eine umfangreiche Speisekarte, einschließlich Döner Kebab als Spezialität, Pizza & Pasta.

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