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Oasenstadt Merw in Turkmenistan

Oasenstadt Merw in Turkmenistan liegt mitten in der Wüste, in der Einöde, ist verlassen und verfallen. Und doch gehört diese verwunschene alte Stadt im fast unbekannten Land Turkmenistan abseits der Touristenwege zum UNESCO-Welterbe. Merw lag an der Seidenstraße und war damals eine Hochburg des Handels. Heute befindet sie sich knapp zweihundert Kilometer nach der Grenze zwischen Usbekistan und Turkmenistan in Zentralasien nahe der modernen Stadt Mary.

Das Gelände der ehemaligen Metropole umfasst etwa 120 qkm und es kommen nur wenige Touristen hierher. Der Eingang ist nur gekennzeichnet durch ein kleines Kassenhäuschen und gegenüber ist Mini-Souvenirshop. Als Europäer fehlen einem die geschäftstüchtigen Händler und die Läden. Man würde als Tourist gerne Geld im Land lassen, aber es bieten sich kaum Gelegenheiten.

Oasenstadt Merw in Turkmenistan – heiß, staubig und alt

Die ersten Nachweise einer Besiedlung finden sich circa 800 Jahre v. Chr.. Hier sind Quellen nachweisbar, sodass für lebensspendende Flüssigkeit gesorgt war. Viele Völker siedelten hier und es wurden Gebäude auf die alten Häuser gebaut. Alexander der Große und Dschingis Khan nahmen die Stadt ein und noch etliche weitere mächtige Herrscher. Trotz der mörderischen Überfälle auf die reiche Stadt blieben Handel und Wandel auf der Seidenstraße bestehen.

Erste Ausgrabungen fanden erst 1880 statt. Unter russischer Herrschaft und damit Teil der Sowjetrepublik Turkmenistan kam die Stadt erst 1883. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurde Turkmenistan selbstständig und konnte sich nicht um den Erhalt der Altertümer kümmern. Erst die UNESCO sorgte dafür, dass die alte Stadt Merw restauriert und unter Schutz gestellt wurde.

Sultan-Sandschar-Mausoleum in Merw

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Sanjar-Mausoleum in Merw, Turkmenistan

Vor dem Mausoleum bauten Handwerker gerade eine Jurte auf. Sehr interessant zu sehen, wie diese Behausung konstruiert ist.

Das Mausoleum aus dem 12. Jahrhundert ist wieder komplett errichtet und gibt einen winzigen Eindruck von der Pracht der Stadt. Die Türkei sorgte für die Restaurierung.

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Frauen zu Besuch in Merw in typischer Kleidung

Damals stand der Sultanspalast daneben, heute fast im Sand verschwunden, wenn nicht die alten Mauern rekonstruiert wären. Der Sultan Sandschar, auch Sanjar geschrieben, lebte von 1086 – 1157. Der Sultan genießt als heiliger Mann auch heute noch Verehrung.

Das Mausoleum ist in der Ziegelsteintechnik erbaut, innen verputzt, gestrichen und mit aufgemalten Bändern verziert. Der Sarkophag steht in der Mitte, ist aber leer. Zur Sicherheit vor Grabplündern ist der Leichnam an einem geheimen Ort beerdigt. Das Innere des Mausoleums zeigt schon Wasserflecken und wirkt irgendwie schmucklos. In den Nischen liegen Teppiche, die einen relativ warmen Sitzplatz auf den kalten Steinen bieten.

Zum Weiterlesen:
Turkmenistan
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