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Literaturtempel Hanoi

Literaturtempel Hanoi ist etwas ganz Besonderes. Er diente über 800 Jahre als Akademie für das Führungspersonal des Staates. Die Absolventen sind in Steinplatten eingemeißelt. Es war Vietnams Zentrum für konfuzianische Bildung. Vietnam war von Chinesen besetzt. Die konfuzianische Lehre wurde benutzt, um die Vietnamesen zu unterdrücken. Der Tempel wurde zu Ehren Konfuzius gestiftet und nach und nach erweitert. Zunächst durften hier nur die männlichen Sprösslinge der Herrscherfamilie studieren, später auch die Söhne der Adelsfamilien. Es entwickelte sich zum Zentrum der Gelehrsamkeit. Maximal 300 Studenten wohnten und studierten drei Jahre lang im Literaturtempel. Sie mussten die klassischen Bücher lesen, auswendig lernen und literarische Texte verfassen. Bei der abschließenden dreitägigen Prüfung bestanden nur wenige. Die Durchgefallenen verließen den Tempel ohne Abschluss. Den Absolventen standen die Tore offen für eine Karriere im Staat.

Literaturtempel Hanoi (Van Mieu)

hanoi-liter-trolleyy-touristDer Tempel wurde im Krieg teilweise zerstört, aber in den letzten Jahren renoviert. Der Besucher geht durch mehrere Höfe. Gleich der erste Hof wehten bunte Fahnen. Es stand wohl ein Fest bevor. Der Blumenschmuck ist immer da. Im dritten Hof sind seitlich die Kandidatenstelen mit den Namen der Absolventen untergebracht. Die Steinblöcke stehen auf den Rücken von Schildkröten. Wenn man genau hinschaut, verfügen die Schildkröten über unterschiedliche Köpfe. Sie sind von verschiedenen Künstlern erstellt. Die Schildkröten versinnbildlichen Langlebigkeit. Jede Stele steht für einen Prüfungsjahrgang. Aus dem Jahr 1915 ist die Letzte. Das Ganze ist überdacht.

Bei den Häusern im Tempel sind die Lehrräume, die Schlafsäle der Schüler, das Wohnhaus des Tempelwächters und der Rastplatz der Beamten auszumachen. Mehrere Teiche sind in den Höfen. Bonsaibäume stehen dazwischen und Töpfe mit blühenden Pflanzen. Der Tempel war eine kleine Stadt, in der Lehrer und Bedienstete das ganze Leben verbrachten.

hanoi-litera-friseur-trolley-touristWieder auf der Hauptstraße auf der Suche nach Essgelegenheit fällt ein Straßenfriseur auf. An der Tempelmauer hängen ein Spiegel und eine Tasche. Davor steht ein Stuhl mit einem Mann in einem leuchtend grünen Umhang, dem der Friseur gerade die Haare schneidet. Der Herrenfriseur will aber nicht bei seiner Arbeit fotografiert werden. Schnell stellt er ein Pappschild auf: „Foto 1 $“.

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