Villa Torrigiani bei Lucca ist noch heute im Privatbesitz. Die Eigentümer wohnen allerdings nicht im herrschaftlichen Schloss, sondern in einigen Nebengebäuden.
Beim Betreten des Schlosses durch einen Seiteneingang treffen wir auf eine Frau, die frische Blumen in Vasen verteilt und im Schloss dekoriert. Die Blumen stammen aus dem weitläufigen Garten.
Wir bezahlen das Eintrittsgeld und starten den Rundgang. Fotografieren ist leider in den Innenräumen verboten. Und wirklich, große Blumensträuße stehen auf Tischen und Anrichten in den verschiedenen Zimmern und es wirkt gleich wohnlicher.
Inhaltsverzeichnis
Villa Torrigiani bei Lucca war eine Sommerresidenz
Die relativ kleine, aber feine Villa wurde im 16. Jahrhundert als Sommerresidenz einer reichen Familie errichtet. Das Anwesen gelangte durch Verkauf in verschiedene Hände reicher Käufer, die mit ihren Familien hier die heißen Sommermonate verbrachten.
Besucher erblicken zuerst die Fassade, an der die vielen Statuen auffallen. Die Treppe schwingt sich zum ursprünglichen Eingang hinauf, die allerdings nur ehrenwerte Gäste betreten durften.
Auf der Allee von Zypressen gesäumt gelangen wir zum Seiteneingang für gewöhnliche Gäste wie wir und betreten die Villa. Die Überdachung ist mit ausgemalt.
Die Räume sind mit feinen Wandgemälden und mit Seitentapeten ausgestattet und eignen sich zum Repräsentieren. Für angemessene kultivierte Unterhaltung ist gesorgt. Der Garten bietet Wasserspiele und seltene Pflanzen. Besonders die vielen Kamelien, die Wappenblume der Torrigiani, leuchten zwischen den Zypressen hervor.
Ein Kräutergarten und ein Fischteich sind auch vorhanden. Das passt zu den Gebäuden vor dem Tor der Villa, die wie ein Bauernhof wirken. Das ergibt Sinn, denn das Schloss versorgte sich selbst mit Lebensmittel.
Spuk in der Villa Mansi
Manchmal findet man die Villa auch unter dem Namen Villa Mansi. Das hängt mit der örtlichen Legende zusammen, nach der die schöne Lucida Mansi im Schloss spuken soll. Sie schloss einen Pakt mit dem Teufel und ist seither verdammt.
Lucida stammte aus einem Adelsgeschlecht und heiratete im 17. Jahrhundert. Ihr Ehemann starb schon zwei Jahre später unter mysteriösen Umständen und sie ehelichte einen Mansi. Durch ihre Schönheit war sie in der Gesellschaft umschwärmt, doch mehrere ihrer Verehrer verschwanden spurlos und die Gerüchteküche brodelte. Als sie Alterungszeichen an sich entdeckte, paktierte sie mit dem Teufel. Der versprach ihr immerwährende Schönheit.
Bei unserem Besuch allerdings bemerkten wir nichts von Spuk, vielleicht war es Lucida zu heiß.
Weitere Informationen:
Villa Torrigiani di Camigliano, Via Gomberaio, 3 Camigliano – Capannori, Lucca
Öffnungszeiten: aktuelle Besichtigungszeiten nachsehen, können variieren






