Schloss Wernigerode im Harz ragt über die Stadt hoch hinaus und ist schon von weitem zu sehen. Die Türme und Türmchen sind gut über dem Wald zu erkennen und es ähnelt einem Märchenschloss.
Wollen Besucher hinauf, besteigen Sie unten im Ort direkt beim Parkplatz eine kleine Bahn oder die «Wernigeröder Schlossbahn». Fahrradfahrer oder Wanderer steigen Strecken mit einer maximalen Steigung von 23 Prozent hinauf. Oben angekommen geht es noch einen steilen Fußweg bis zum Eingangstor. Von außen darf fotografiert werden, innen nicht.
Das jetzige Schloss stammt aus 17. Jahrhundert, nachdem es im 30jährigen Krieg zerstört wurde. Von Wehrhaftigkeit zeugen nur die Türme und die Mauern. Mehr gleicht es einem Residenzschloss zur Repräsentation.
Inhaltsverzeichnis
- Schloss Wernigerode im Harz gleicht einem Märchenschloss
- Geschichte zum Schloss Wernigerode
- «Frauenort Nr. 3» in Sachsen-Anhalt
- Das Schloss Wernigerode als Drehort
- Stempelstelle am Tor
- Weitere Informationen:
Schloss Wernigerode im Harz gleicht einem Märchenschloss
Richtig bekannt und noch weiter ausgebaut und renoviert wurde das Schloss durch den Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode. Im 19. Jahrhundert kletterte er im Deutschen Reich die Karriereleiter hoch. Schließlich war er der Vizekanzler und Stellvertreter Otto von Bismarck. Die Stellung erforderte ein vorzeigbares Schloss und hohe Gäste aus Politik und Wirtschaft beehrten den Grafen.
Zum Schloss gehören auch ein Lustgarten, Tiergarten und die Terrassengärten. Da das Schloss auf einem Berg liegt, fragt man sich diese Gärten überhaupt auf diesen Platz passen. Aber es geht und die Gärten ziehen sich vom Schloss bergab über den Hügel. Das ist bei der Auffahrt mit der Bimmelbahn nur ungenau zu erkennen.
Geschichte zum Schloss Wernigerode
Urkundliche Erwähnung fand das Schloss schon 1121. Es diente als Wehranlage wie Harzburg und Ilsenburg und diente der Sicherung der Königsstraße von der Kaiserpfalz Goslar zur Jagdpfalz. Die Grafen von Wernigerode waren die Stellvertreter des deutschen Königs.
Da der Graf von Wernigerode ohne männlichen Erben starb, legte er vorher die Verbindung mit den Grafen von Stolberg zum Geschlecht der Grafen zu Stolberg-Wernigerode fest.
Die Grafen-Familie floh auf ihre Besitzungen in Hessen, als nach dem 2. Weltkrieg die Rote Armee das Schloss besetzte. Dort lebt sie heute noch.
1949 eröffnete im Schloss das sogenannte Feudalmuseum und Menschen konnten und sollten die Wohnräume des Schlosses besichtigen. Tenor war: Während Fürsten in Saus und Braus lebten, mussten Arbeiter und Bauern hart schuften.
Die DDR gehört zur Geschichte und heute besuchen viele Menschen das Schloss und fahren oder kraxeln den Berg hinauf.
Wir waren am 3. Oktober bei Sonnenschein dort und wir waren nicht alleine. Viele hatten den Feiertag zu einem Ausflug genutzt.
«Frauenort Nr. 3» in Sachsen-Anhalt
Bei einem Frauenort denkt man unwillkürlich an wichtige oder verdienstvolle Frauen und nicht gerade an Gräfinnen. Doch genau das ist der Fall. Die Gräfin Anna zu Stolberg-Wernigerode (1837 – 1907) und das Schloss ist so ein Frauenort. Warum das?
Von Paris aus hatte sich die Geselligkeitskultur des Salons ausgebreitet. Mit diesen geselligen Treffen von Frauen gestaltet, treten sie erstmals aus dem Schatten ihrer Männer heraus.
In den Salons trafen Adel, Bürgertum, Männern, Frauen, Künstler, Literaten aufeinander und diskutierten über familiäre Themen, musizierten, lasen neueste Literatur und Dichtungen und sahen sich Theaterstücke an.
Fürstin Anna veranstaltete oft literarische und musikalische Abende. Da sie selbst künstlerisch veranlagt war, prägte sie die Geselligkeit des fürstlichen Hofes und brachte neues an der Schwelle des 20. Jahrhunderts.
Das Schloss Wernigerode als Drehort
Das Schloss Wernigerode wird auch gerne von Filmgesellschaften genutzt und das schon zur DDR-Zeiten.
- 1979 – «Genau dieser Münchhausen», Sowjetischer TV-Spielfilm erzählt die Geschichte des Baron von Münchhausen und seine Fantastereien.
- 1979 – «Schneeweißchen und Rosenrot», DEFA-Märchenfilm des Märchens zweier Schwestern.
- 2008 – «Plötzlich Millionär», TV-Spielfim über zwei Busfahrer, die eine Millionen erben, sie zum Aufbau der Buslinie nutzen wollen und wieder verlieren.
- 2008 – «Das Morphus Geheimnis», Kinofilm, in dem es um eine Melodie von Ludwig van Beethoven geht.
- 2013 – «Das kleine Gespenst», Kinofilm zum Buch von Otfried Preußler, das viele Kinder kennen.
- 2022 – «Die Gänseprinzessin», TV-Märchenfilm
- 2022, 2023, 2024, 2025 «Die Schule der magischen Tiere», Kinofilme, der Bücher von Margit Auer. Das Schloss ist die «Wintersteinschule».
Zum Schloss hinaufzufahren und durch die Innenräume zu wandeln war schon ein besonderes Erlebnis und man bekommt Lust, sich die Filme anzusehen.
Stempelstelle am Tor
Beim Tor ist eine Stempelstelle im roten Häuschen, genauer Harzer Kulturstempel, für Menschen, die Stempel sammeln. Eine Zeit lang saß ich im Sonnenschein gegenüber und konnte Groß und Klein beobachten, wie sie eifrig in ihre Heftchen stempelten. Leider war der Stempel schon sehr blass. Um dem vorzubeugen, hätte man sich ein eigenes Stempelkissen einpacken sollen, so auch ich.
Weitere Informationen:
Schloß Wernigerode, Am Schloss 1, 38855 Wernigerode, keine Parkplätze beim Schloss,
Wernigeröder Schlossbahn ab Schlossparkplatz Anger, Wegestraße, und andere Haltstellen
Wernigeröder Bimmelbahn ab Haltestelle Blumenuhr hinter dem historischen Rathaus
Frauenort Nr. 3, Gräfin Anna zu Stolberg-Wernigerode




