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Die Meyer-Werft in Papenburg

Die Meyer-Werft in Papenburg in der Urlaubsregion Ostfriesland ist ein Besuchermagnet ohnegleichen. Auf dem riesigen Parkplatz stehen Autos aus allen Gegenden Norddeutschlands.

Die Besucher tauchen bei der Besichtigung in die Entstehung riesiger Kreuzfahrtschiffe ein. Manche träumen vielleicht von ihrer nächsten Kreuzfahrt und sehen hier hautnah die Entstehung der Schiffskolosse.

Das Besucherzentrum ist bestens organisiert und die Wartenden sind rasch in unterschiedlichen Führungsgruppen unterwegs. Wir hatten die 90-Minuten Führung vorab online gebucht.

Inhaltsverzeichnis

Die Meyer-Werft in Papenburg macht Lust auf Kreuzfahrten

Die Meyer-Werft in Papenburg

Unsere Führung war für anreisefreundliche 13:00 Uhr mittags angesetzt und mit Aufregung folgten wir den Pfeilen zum Eingang des Besucherzentrums. Vom Parkplatz aus ist das lange Werftgebäude zu sehen und hervorstechende blaue Kräne ragten in den wolkigen Oktoberhimmel. Die Hafenanlagen stehen voller Kisten, Containern und sonstigem Nötigen.

Das Wasserbecken erscheint klein und dennoch finden hier Ozeanriesen zum weiteren Ausrüsten Platz. Seit dem ersten hier gebauten Kreuzfahrer 1986 lagen darin mehr als 40 Ozeanriesen. Die Meyer-Werft in Papenburg gehört damit zu den Global-Playern der boomenden Kreuzfahrt-Branche und baut für viele Reedereien Schiffe.

Blick ins Dock bei der Meyer-Werft

Auf den Brücken und durch Glasscheiben sind die in blauen Anzügen gekleideten hochqualifizierten Arbeiter zu sehen. Nach und nach wächst aus dem Werftboden das Schiff und jeder kennt die nötigen Handgriffe.

Insgesamt sind 3200 Mitarbeiter in allen Bereichen sowie zahllose Zulieferer bei der Meyer-Werft beschäftigt. Für die Region und für das Bundesland Niedersachsen ist die Werft der wichtigste Arbeitgeber.

Die Ausstellung der Meyer-Werft

Schiffsschraube

Nach einem Film über die Werft geht es in die Ausstellung. Hier sind die ausgelieferten Schiffe als Modell zu sehen. Manche werden sicherlich dem einen oder anderen aus Prospekten oder Filmberichten bekannt vorkommen. Interessant sind auch die Schiffsschrauben, die einem die Größen erst richtig klarmachen.

Für Kreuzfahrt-Interessierte sind die verschiedenen Kabinenkategorien bestimmt sehenswert, die durch eine schützende Glasscheibe zu erspähen sind.

Richtig spannend wird es auf den verglasten Balkonen. Die eröffnen Blicke auf den aktuellen Baufortschritt. Hier ist gut zu sehen, dass die Teile im Baukastensystem eingesetzt werden. So sahen wir das Theater, bei dem grob die Ränge zu entdecken waren.

Rohrsystem eines Kreuzfahrtschiffes

Ein Modell mit Rohren, Lüftungsschächten, Zuleitungen und Ableitungen fand ich besonders gut. Man fragt sich, wie die Konstrukteure sich in diesem Wirrwarr noch auskennen und es scheint kaum Platz für die Annehmlichkeiten der Fahrgäste zu sein. Und doch ist Raum geschaffen für Pools und andere spektakuläre Attraktionen. So war eine Gondel am Oberdeck geplant, die Mutige über dem Meerwasser hängen lassen. Nichts für mich!

Überführung von Papenburg nach Eemshaven

Rohrsystem im Kreuzfahrtschiff

Ist ein Schiff soweit fertig, beginnt das waghalsige Manöver der Fahrt über die Ems ins niederländische Eemshaven. Von dort geht es nach Emden, wo die restlichen Arbeiten vor der Auslieferung an den Kunden vonstattengeht.

Diese Prozedur hört sich einfach an, ist jedoch ein kunstvolles Manöver. Die Ems ist schmal und eigentlich nicht für solche Schiffe geeignet, deshalb wird sie aufgestaut. Dann gilt es Sperrwerke unbeschadet zu durchfahren. Die ganze Fahrt geschieht rückwärts, also mit dem Heck voran, weil es dann einfacher zu lenken ist. Die ganze Ausschiffung dauert 18 Stunden und ist abhängig von Wasserstand und Wetter.

Während des Lavierens suchen sich viele Schaulustige den idealen Platz zum Zuschauen. Die Ems ist von der Autobahn A31 / E22 bei Leer untertunnelt und bei der Überführung schwimmt ein Schiff über der Fahrbahn. Einfach ein unglaublicher Anblick, der mir leider noch nie vergönnt war. Leider sind keine Parkplätze vorhanden, sodass man an dem Schauspiel vorbei in den Tunnel hineinfahren muss. Schade!

In der Meyer-Werft sind meist 2 – 4 Schiffe im Bau. Die Dauer erstreckt sich oft nur über zehn Monate, welches bei der Komplexität und der Termine unvorstellbar scheint. Doch der Meyer-Werft gelingt es, die Fristen zur Fertigstellung einzuhalten. Das freut natürlich die Auftraggeber und sie können ihre Schiffe eher mit oft über tausend Fahrgäste plus Besatzung auf Reisen schicken.

Unser Besuch war sehr informativ und kurzweilig.

Weitere Informationen:

Besucherzentrum Meyer-Werft, Hauptkanal links 36, 26871 Papenburg

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