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Das Museo Etnografico Pitré in Palermo

Das Museo Etnografico Pitré in Palermo liegt in den ehemaligen Personalhäusern der Angestellten vom Palazzina Chinese. Es bietet genug Raum für die gesammelten Gegenstände des Gründers Guiseppe Pitré, der sich als Arzt, Professor, Folklorist und Gelehrter mit populären Bräuchen und Traditionen beschäftigte. Er stammte aus einfachen Verhältnissen und fühlte sich immer der Bevölkerung verpflichtet.

Heute verfügt das Museum über 4000 Objekte aus den Bereichen Kleidung, Puppen, Karren, Keramik, Handwerk, Arbeit, Kunsthandwerk und vieles mehr aus dem Leben der Bevölkerung.

Zum täglichen Leben gehörten auch geschnitzte Holzlöffel. Einer davon fällt auf, denn auf dem Stil ist ein Toilettensitz mit sitzendem Mann eingearbeitet. Dieses witzige Detail hat seinen Sinn, denn was gegessen wird, landet irgendwann im Lokus oder Plumpsklo.

Inhaltsverzeichnis

Das Museo Etnografico Pitré in Palermo zeigt das Volksleben

Das Museo Ethnografico Pitré in Palermo

Das sehr interessante Museum ist in sechzehn Bereiche unterteilt. Anfangs weiß man nicht so genau, was sich alles hier verbirgt. Doch wandert man durch die Museumsräume, in denen die Ausstellungsstücke in Glasvitrinen präsentiert sind, dämmert einem die Vielfältigkeit.

Löffel-Sortiment im Museo Pitré
Löffel-Schnitzerei: Mann auf der Toilette

Hinter Glas stehen Relikte von Überzeugungen und religiöser Glaube, Mythen, Bräuche und die Traditionen Siziliens. Dazu gehören auch Bruderschaften, Krippen, Kinderspiele, Magie, festliche Brote und Süßigkeiten. Sogar ein ganzes Puppen-Theater inklusive Bankreihen für die Zuschauer ist aufgebaut.

Komplettes Puppentheater im Museo Pitre
Puppen als Soldaten

Bekleidung und Schuhmode

silberne Gürtelschnalle im Museo Pitré in Palermo
Herrenjacke eines Fürsten

Für mich sehr interessant war die Bekleidung von Männern und Frauen, einmal die Alltagskleider und die Festkleider mit auf wendigem Schmuck. Die Frauen stellten in Handarbeit Socken, Unterwäsche, Blusen und Hemden her. Sie Spitzen daran sehen furchtbar kompliziert aus und ich kann die Kunstfertigkeit der Frauen nur bewundern.

Alltagskleidung

Die getragenen Schuhe sind immer sehenswert, wie zum Beispiel einfache Schlappen der Arbeiter und Hausfrauen sowie elegante Schuhe der Adligen. Deren Schuhe entsprechen der spitzzulaufenden Form, die wir heute kennen.

Bekleidung eines Mitglieds der Bruderschaft
Kleidung der Bruderschaft oder Geheimbundes
Die heilige Rosalia für Prozessionen

Küche mit sizilianischer Keramik

Küche im Museo Pitre

In einem Raum ist eine komplette Küche aufgebaut. Sie ist relativ gut ausgestattet und gehörte vermutlich zu einem betuchteren Haushalt. Sogar der Ofenbereich ist mit Fliesen ausgestattet und es sind Geräte zu sehen. Immer wieder frage ich mich, wie haben Köche und Köchinnen in diesen Küchen Mahlzeiten zubereitet. Das kann nur mit einem großen Tisch und ganz viel Personal funktioniert haben.

Typischer bemalter Eselskarren

Jedenfalls sind auch die bunten typisch sizilianischen Wagen zu sehen, mit denen Waren transportiert wurden zu sehen. Sie sehen einfach zu gut aus und sind teilweise mit aufwendigen Malereien dekoriert.

aufwendige Bilder an den sizilianischen Karren

Es war sehr informativ, Blicke in das traditionelle Leben der Sizilianer zu werfen und bildete einen völligen Gegensatz zum fürstlichen Dasein der Bewohner vom Palazzina Cinese nebenan. Ohne die einfachen Menschen wäre ein Leben in Prunk und Luxus passé.

Weitere Informationen:

Museo Etnografico Giuseppe Pitré, Viale Duca degli Abruzzi, 1, 90146 Palermo

Öffnungszeiten: 9 bis 19 Uhr täglich, letzter Zugang 18 Uhr

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