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Teetied – Tee in der Kaffeestadt Bremen

Teetied – Tee in der Kaffeestadt Bremen, das ist keineswegs undenkbar, sondern hat eine lange Tradition. Das erfuhr ich auf dem Tee-Seminar des Hafenmuseums am Sonntagnachmittag. Wie immer, wenn man im neuen Stadtteil Überseestadt, der aus den alten Hafenanlagen und Werften hervor ging, unterwegs ist, mutet das Ambiente verloren an. Besonders am Sonntag kommt man sich als Besucher zwischen den menschenleeren Schuppen und Lagerhäusern einsam vor. Doch es gibt ein Ziel, das Tee-Seminar „Teetied“, das um 15.00 Uhr beginnen soll. Am Schuppen 6c ist der Treffpunkt. Wenn keine Schilder auf die beliebte Veranstaltung hinweisen würden, wäre ich glatt vorbeigefahren. Aber pünktlich waren über zwanzig Neugierige beisammen und die Führung konnte losgehen.

Teetied – Tee in der Kaffeestadt Bremen ist ein altes Geschäft

teetied-halle-trolley-touristUnsere Führerin geht mit uns in den Schuppen 6c die Treppen hinauf. Im Treppenhaus stapeln sich alte Teekisten mit Aufdrucken, die Herkunftsländer und Qualitäten verraten. Das war früher so, erfahre ich, heute kommt Tee in Säcken. Wir gelangen in einen Raum mit einer großen Scheibe, die einen Blick in das Tee-Lager erlaubt. In der Woche arbeiten dort die Packer oder betätigen Maschinen. Es riecht überall nach Tee, das war schon vor dem Schuppen so und hier ist es noch stärker. Wir sind eindeutig an einem Umschlagplatz für Tee. Ich erfahre, dass schon seit dem 17. Jahrhundert für große Bremer Firmen hier im Bremer Hafen Tee umgeschlagen wurde. Heute werden in den Hallen Teesorten gereinigt, gemischt und aromatisiert. Viele Jugendliche mögen keinen einfachen schwarzen Tee mehr trinken, sondern hängen sich lieber einen Teebeutel eines Glückstees oder Gute-Laune-Tees in ihre Becher. Und das Glück und die gute Laune kommen durch aufgesprühte Aromen auf die Teeblätter.

Tee-Geheimnisse

teetied-kisten-trolley-touristIm angrenzenden Seminarraum dürfen wir uns setzen und uns eine Tasse schwarzen Tee einschenken. Aus der Thermoskanne, eigentlich für einen Teetrinker unmöglich, aber hier ist es praktischer. Als Tee-Liebhaber verzeihe ich es einmal.

Wir erfahren, das China und Indien die Hauptanbauländer sind. Grüner Tee wird bevorzugt in Japan angebaut und auch dort gern getrunken. Es gibt zwei wichtige Sorten der Tee-Pflanzen. Bei der Ernte werden nur die neuen Triebe gepflückt und das mehrmals im Jahr. Eine Pflückerin muss vier Kilogramm Blätter für ein Kilogramm Tee pflücken.

Tee ist nicht Tee, es gibt etliche Unterschiede und Qualitätsgrade. Mir erscheint die Wissenschaft um den Tee ähnlich komplex zu sein wie etwa beim Wein. Erstaunlich war für mich, dass eine Teepflanze 120 bis 140 Jahre alt und bis zu acht Meter hoch werden kann. Ich dachte immer, Tee wäre ein Strauch. Aber zum besseren Pflücken werden die Pflanzen auf Strauchhöhe gestutzt.

Flug- und Regentee

Neben dem bekannten First und Second Flush gibt es solche sonderbaren Teesorten, wie Between-, Flug-, Herbst- oder Regentee. Das hängt von den Jahreszeiten ab. Die gelangen dann in Teemischungen oder in Teebeutel. In einem Teebeutel sind etwa 15 verschiedene Teesorten, damit es immer konstant schmeckt.

Anfang des 17. Jahrhunderts kam der Tee nach Europa und die erste Teestube eröffnete in Paris. In Deutschland wurde 1793 zum ersten Mal Tee ausgeschenkt und das im Keller des Handelshauses Schütting in Bremen.

teetied-teetasse-trolley-touristHeute sind die Ostfriesen mit 300 Litern pro Kopf pro Jahr Weltmeister im Teetrinken. Und dort ist eine Tasse Tee trinken zur Zeremonie geworden. In die Teetasse kommt ein Stück Kluntjes, dann langsam den Tee darauf gießen. Innehalten und dem Geräusch des knisternden Zuckerstückes lauschen. Die Sahne kommt auf einen kleinen Löffel und wird am Rand der Tasse langsam in den Tee geleitet. Wenn sich Sahne-Wölkchen zeigen, dann ist der Tee richtig. Und die japanische Tee-Zeremonie ist noch wesentlich langwieriger.

In einem weiteren Raum sind verschieden Teesorten aufgereiht. So können wir aus der langen Reihe einen Jasmintee, einen Oolong, einen handgerollten, einen Matcha oder einen Pu-Erh-Tee sehen und erschnuppern.

Nach 90 Minuten ist das Tee-Seminar zu Ende und wir werden draußen in der heißen Sonne von der Führerin verabschiedet. Wir habe viel erfahren und ahnen, dass wir das Thema Tee nur sehr grob umrundeten.

Weitere Informationen:
Anmeldungen: Hafenmuseum, Am Speicher XI, 28217 Bremen (Überseestadt), 0421 3038279, info@hafenmuseum-speicherelf.de, www.hafenmuseum-speicherelf.de
Öffnungszeiten: Di – So 11 – 18 Uhr
„Teetied“ – Hoernecke-Straße, Schuppen 6c

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