Städte mit Krimis entdecken – Rosenheim

Rezension:
Ad Enum
Unter blutiger Erde
Ein Rosenheim-Krimi
Peter Brand
2015, Wieken-Verlag
Kindle Edition, 245 Seiten, 2,99 Euro
Taschenbuch, 224 Seiten, ISBN-10: 3943621448, 12,80 Euro

Kurzbeschreibung aus dem Buch
Rosenheimer Stadtteil Westerndorf St. Peter: Bauer Hauser findet beim Pflügen
einen menschlichen Schädel. Bei weiterer Freilegung von Knochen kommen
römische Münzen zutage. Die Polizei geht von einem antiken Grab aus, und zieht
das Bayrische Landesamt für Denkmalpflege hinzu. Die verblüffende Erkenntnis:
einige Skelettteile sind Hausers Mutter Hanni, die seit Jahren verschollen ist,
zuzuordnen, und tiefer liegende Knochen tatsächlich antiken Personen.
Archäologen starten eine wissenschaftliche Grabung, denn bereits vierzig Jahre
zuvor fand man in der Nähe antik-römische Töpferwerkstätten.
Privatdetektiv Michael Warthens und Kommissar Obermeier ermitteln zunächst
unabhängig voneinander. Kurz darauf wird Thomas Hauser tot aufgefunden.
Steht Hausers Ermordung in Verbindung mit den Funden?
Michael findet heraus: Hanni Hauser besaß neue Hinweise auf die römische
Besiedlung mit einer Wehranlage und ein römisches Landgut. Diese Entdeckung
würde als Sensation gelten, und der Stadt viel Aufmerksamkeit und zusätzlichen
Tourismus bringen. Die aktuelle Grabung stärkt diese Hoffnung bei einigen
Beteiligten, zumal viel wertvollere Gegenstände als Tonscherben am geheimen
Fundort zu erwarten wären.
Wer ist hinter Hannis Geheimnis her, und schreckt sogar vor Mord nicht zurück …?
Als Bonus enthält der Krimi römische Rezepte zum Nachkochen und Links zu Radrouten rund um Rosenheim.

Bewertung
Der Autor spannt einen zeitlichen Bogen von 199  bis 2020 nach Chr.. Er lässt gekonnt einen Kriminalfall im 20. Jahrhundert spielen, der sich über 60 Jahre erstreckt. Es geht um archäologische Funde aus der Römerzeit, für die zwei Morde begangen werden. Die Handlung ist glaubwürdig und in jeder Phase für den Leser nachvollziehbar. Gleichzeitig erfährt der Leser etwas über die Gründung Rosenheims im Alpenvorland und die Entwicklung der Stadt. Historisches wird leicht verdaulich in einem Krimi verpackt und hat mit der bekannten Vorabendserie „Die Rosenheim-Cops“ wenig gemein. Der Kriminalroman liest sich flott und hält bis zum Ende die Spannung.
Der Privatdetektiv schafft es immer plausibel die Protagonisten auszufragen. Erstaunlich ist, wie er den spannungsgeladenen Kontakt zur Kriminalpolizei für die Aufklärung des Falles aufrecht hält. Allein die Tatsache, dass er kein Honorar erhält, ist eigentlich nicht nachvollziehbar. Doch sieht man seinen unermüdlichen Einsatz unter dem im Buch nicht erwähnten Aspekt der Eigenwerbung, wird auch das logisch.
Allein der geheimnisvolle Titel „Ad Enum“ macht schon neugierig. Der Leser erfährt im Text die genau recherchierte Übersetzung und viele andere Fachausdrücke. Zur Vervollständigung der Darstellung der Zeitspanne gibt es original römische Rezepte und Links zu Radwanderrouten um die Stadt Rosenheim. Es ist dem Buch anzumerken, dass der Autor sich für Geschichte und Archäologie sehr interessiert. Um beim Leser keine falschen Annahmen aufkommen zu lassen, weist er im Epilog auf Erfundenes und Wahrheit hin.
Der Krimi ist für jeden ein Leseschmaus, der es weniger blutrünstig und abgründig mag und trotzdem an solider Krimikost verbunden mit historischen Elementen interessiert ist.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>