Iran

Mit Kopftuch verreisen – Iran
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Als Frau mit Kopftuch in den Iran zu reisen, was kann daran spannend sein? Es ist spannend. Das Kopftuch gilt zwar als leidiges Muss, doch das Stück Tuch schafft Vertrauen bei den Menschen.
Nach den verheerenden Sanktionen öffnet sich der Iran und Besucher können das Leben im Jetzt und die Zeugnisse einer jahrtausendealten Kultur entdecken. Die Traumstädte Teheran, Isfahan oder Schiras mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben, was kann interessanter sein.
Im sicheren Zug oder Bus die öden Wüsten zu durchqueren oder im Luxushotel im Garten einen Tee zu trinken, das sind reizvolle Gegensätze. In überwältigenden Moscheen den Islam hautnah kennen und verstehen lernen. In Isfahan auf dem Königsplatz oder im alten Schah-Palast Golestan spontan und ungezwungen Menschen zu treffen, die in ihr Land zurückkehrten. Ein Land fordert seinen Platz auf der Weltbühne zurück.

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Inhalt:
Warum ausgerechnet in den Iran reisen?
Iran – kurz und knapp
Pro und kontra Gruppenreisen
Ich schreibe und mein Mann fotografiert
Welche Kleidung ist sinnvoll?
Spieß und Spiegel
Goldene Kuppeln im Pilgerort Mashhad
Die Kunst, den Chador anzulegen
Imam-Reza-Heiligtum – Pilger, Städter und Touristen
Mit dem Zug von Mashhad nach Teheran
Teheran mit schneebedeckten Gipfeln
Teppichmuseum – Knüpfkunst für den Fußboden
Das Nationalmuseum und der „Salzmann“
Im Golestan-Palast wohnte der Schah
Hauptbasar Teheran – shoppen und handeln
Auf der Autobahn von Tehran nach Isfahan
Ghom – Geburtsort des Khomeini
Isfahan – Stadt des „Medicus“
Die überwältigende Jame-Moschee
Basar von Yahudiyeh – sonntags eher ruhig
Im Hocken essen – traditionelles Restaurant
Der Chehel-Sotun-Palast im Park
Das Zentrum Isfahans – der Königsplatz
Ali-Qapu-Palast am Königsplatz
„Dubidu“ in der Imam-Moschee
Früher privat – Lotfullah-Moschee
Brücken über den reißenden Fluss
Christen in Persien angesiedelt
Verstaubt im Luxus-Hotel
Abends auf dem Königsplatz
Von der Traumstadt Isfahan nach Schiras
Zeitehe oder Genussehe
Pasargadae und der Engel in Stein
Nomaden, die Teppiche knüpfen
Schiras – Dichter und Gärten
Persepolis – imponierende Metropole Altpersiens
Letzte Ruhe im Felsengrab Naghsh-e Rostam
Geldwechseln im Hotel
Im Szene-Lokal zu Abend essen
Dichtern auf der Spur – Hafez
Und noch ein Dichter – Saadi
Garten der Orangenbäume – Naranjestan
Ganz in Rosa – die Nasr-ol-Molk-Moschee
Kochtöpfe und Prada-Taschen – Vakil Basar
Ramadan, Hadsch, Bettler und Internet
Die letzte Nacht im Iran

Leseprobe:
Eine gute Frage, die ich nur aus meiner ganz persönlichen Sicht beantworten kann. Mein Ziel beim Reisen ist es, große Kulturen und die Menschen des bereisten Landes kennenzulernen. Und dazu gehört die persische jahrtausendealte Kultur allemal. Perser zogen bis in den Norden Indiens und schufen dort unglaubliche und prächtige Paläste wie in Rajasthan, die heute Touristenmagnete sind. Mich interessieren ebenso die Menschen im Iran, wie sie sind, wie sie leben, wie sie mit den Sanktionen und den enormen wirtschaftlichen Einschränkungen zurechtkommen.

Iran war und ist ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Player im Orient. Von der politischen Situation und dem Regime im Land hat jeder seine ganz individuelle Meinung. Aber ich suche meine Reiseziele nicht nach Politik oder Staatsführung aus, bewerte und kritisiere sie nicht. Das steht mir nicht zu. Mich interessieren das Land, alte und neue Lebensformen und die Menschen. Wie sie arbeiten, wie sie feiern, was sie essen. Natürlich kann ich als durchreisende Touristin nur flüchtig die realen Lebensumstände erfahren, bekomme aber zumindest einen ersten Eindruck und kann mir meine Gedanken dazu machen. Und während der einen Woche im Iran mache ich nur gute Erfahrungen. Die Menschen sind sehr freundlich, aufgeschlossen und freuen sich, dass Fremde ihr Land besuchen kommen.

Im Iran oder früher Persien genannt gibt es traumhafte Städte. Wer kennt nicht Isfahan aus dem Roman „Medicus“ und wünschte sich beim Lesen wahrscheinlich dorthin. Teheran als Hauptstadt im Norden ist für Touristen ohnehin ein Muss. Im Süden besticht die Stadt Schiras. Weniger besuchte Orte und herausragende Sehenswürdigkeiten gibt es im restlichen Land zuhauf.

Steigen Reisende ins Flugzeug und fliegen nach Hause nehmen sie sich oft vor, wiederzukommen und bald eine weitere Reise in den Iran zu planen. Und die lange Liste der Weltkulturerbestätten macht es leicht, lohnende Reiseziele im Land zu finden. Die gastfreundlichen Menschen ermöglichen zwanglose, unkomplizierte Begegnungen. Sie haben keinerlei Scheu, deutsche Touristen auf Deutsch oder Englisch anzusprechen. Deutschland hat nach wie vor einen guten Ruf, wohl auch wegen der engen wirtschaftlichen Kontakte und weil viele Iraner in Deutschland studieren konnten.

Die Hotels entsprechen manchmal nicht unseren westlichen Standards und die meisten sind in die Jahre gekommen. Aber in Zeiten der Sanktionen brauchte das Land keine stattlichen und luxuriösen Hotels – wozu? Außerdem fehlte für teure Renovierungen das nötige Geld. Doch es ist alles vorhanden, was ein Hotel ausmacht und ich kann mich nicht beschweren. Aber Hotels sind bei einer solchen ungewöhnlichen Gruppenreise ohnehin eher Nebensache.

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