STEINSARG Kriminalroman

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Helga Henschel: STEINSARG Kriminalroman

Mysteriöser Mord – Türkei, Expo 2016 in Antalya, Krieg in Syrien, zahllose Flüchtlinge retten ihr Leben und kommen ins Land. In diesen explosiven Zeiten entdeckt eine deutsche Touristin eine Leiche. Gekrümmt liegt ein Mann im offenen Steinsarg in der alten Stadt „Termessos“. Erdbeben hinterließen dort Ruinen und offene Gräber. Komiser Acar und seine Assistentin Seval Celik suchen den Mörder. Dabei helfen anfangs nur spärliche Hinweise. Und der Mörder ist clever! Steckt etwa die türkische „Mafia“ dahinter? Die Kommissare finden ihn schließlich, doch sie wünschen das Gegenteil.

STEINSARG – ein Fall für Komiser Acar

Leseprobe aus STEINSARG Kriminalroman : …
Licht im Hausflur. Vielleicht ist er das. Ich will es endlich erledigen und dann weg. Meine Beine schmerzen und ich habe Hunger. Er kommt tatsächlich an die Haustür. Vielleicht braucht er noch ein neues Päckchen Zigaretten? Gleich um die Ecke ist ein Kiosk, der fast immer geöffnet hat. Mir scheint, dass der Besitzer im hinteren Teil seiner Bude schläft.

Nein, der dünne junge Mann geht mit seinem Autoschlüssel klimpernd zu seinem Auto – schnittig und teuer. Prima, mein Weg zum Feind und Opfer ist kürzer. Und er kann mich nicht aus den Augenwinkeln sehen, wenn ich heranschleiche. Er schließt die Beifahrertür auf und beugt sich zum Beifahrersitz. Anscheinend hat er etwas vergessen und braucht es heute Abend noch. Er ist wirklich dürr. Heute Abend passiert es.

Ich gehe schnell von hinten auf ihn zu und schlinge das feste Plastikband um seinen Hals. Ich kreuze das Band in seinem Nacken und ziehe mit allen meinen Kräften zu. Er wehrt sich, ist aber über meinen Angriff zu überrascht. So überrascht, dass er nicht mehr seine Hände zwischen Schnur und Hals bringen kann. Das erleichtert mir die ganze Sache. Ich ziehe mit meiner…

… Der Parkplatzwächter ahnte nichts von ihrer Aufregung. Er saß gemütlich in seinem Holzhäuschen und trank aus einem Tulpen-förmigen Glas seinen Tee. Frau Hempel gelangte völlig aus der Puste in sein Häuschen und versuchte ihm ihr Anliegen klar zu machen. Immer wieder rief sie das Wort:

„Polis, Polizei.“

Doch das gestaltete sich nicht so einfach. Christa und der Wächter sprachen nicht so gut Englisch. Mit Deutsch war hier nichts zu bewegen. Mit Zeichen konnte Christa ihm irgend­wann klar machen, was sie gefunden hatte. Aber sie spürte, dass er ihr nicht glaubte. Sie redete weiter auf ihn ein und schrie fast mehrmals das Wort:

„Polis“

„Jetzt glauben Sie mir endlich. Es ist etwas Schreckliches passiert. Dort hinten“ und wies mit der Hand zum Gräberfeld.

Das musste er doch verstehen. So viel anders konnte das Wort „Polis“ in der Landesprache doch nicht klingen. Er stellte sich stur und wollte augenscheinlich nicht reagieren. Frau Hempel zog ihn am Ärmel und wollte mit ihm auf den Friedhof:

„Kommen Sie mit. Nun kommen Sie endlich mit.“

Dazu ließ er sich bewegen. Er wollte wohl keiner vermeintlich durchgeknallten deutschen Touristin auf den Leim gehen und zum Gespött seiner Arbeitskollegen und der Polizei werden. Besser selber nachschauen, was die Frau von ihm wollte. Mürrisch wegen der ungewohnten Störung erhob er sich stöhnend und stapfte hinter ihr her.

Beide kletterten sie die Anhöhe hoch und betraten den Fried­hof. Mühselig suchte Frau Hempel den Weg, den sie vorher gegangen war. Einen bestimmten Ort in dem Durcheinander zu finden, gestaltete sich unerwartet schwierig. Sie war einfach nach Gutdünken ohne festes Ziel umhergewandert. Nichts­destotrotz musste sie den Sarkophag mit der Leiche finden. Sonst würde der Parkplatzwächter ihr überhaupt keinen Glauben schenken und wahrscheinlich über sie lachen. Und er wäre froh, nicht sofort die Polis gerufen zu haben…

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